E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Vor- und Nachteile, Anleitungen und eigene Erfahrung

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon Luke » So 4. Apr 2021, 08:28

Menico hat geschrieben:Mercedes baut schon länger d eSprinter für Amazon als Lieferfahrzeug. Der sollte schon mal ein guter Anfang sein.

Mit einem 35 kWh Akku denke ich nicht das er "RTW tauglich" ist. Selbst ein kleiner Zoe hat einen größeren Akku...
120 kWh aufwärts würde man schon brauchen. Der E-Sprinter ist leider nur ein umgebauter Verbrenner, deswegen geht da nichts größeres rein.
Zuletzt geändert von Luke am So 4. Apr 2021, 08:29, insgesamt 4-mal geändert.
Luke
Rang: RSiA
Rang: RSiA
 
Beiträge: 20
Registriert: Di 1. Sep 2020, 20:49
Qualifikation: NKI
Dienstverhältnis: Ehrenamtlich

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon leibschüsselfahrer » So 4. Apr 2021, 16:58

Ich fahr selber privat ein E-Auto und bin vom Fahrkomfort her begeistert. Völlig flüssiges Fahren ohne Ruckeln und Schalten, viel leiser... und für die Fans der gepflegten Einsatzfahrt: die Beschleunigungswerte musst mit einem Verbrenner einmal zambringen. ;)

Ich habe (privat) die Erfahrung gemacht, dass viele vor einer genaueren Auseinandersetzung mit dem Thema das Tankverhalten 1:1 aufs E-Auto umlegen: "Was, da muss ich ja jeden zweiten Tag tanken und mir wo eine Stromtankstelle suchen und dann ewig warten, bis das Auto aufgeladen ist." So geht man aber mit E-Autos (zumindest mit denen mit geringer Reichweite) nicht um, sondern man lädt sie - je nach Infrastruktur - nach jeder Fahrt auf. Und das reduziert den Nachteil der geringeren Reichweite im Vergleich zum Verbrenner massiv.

Gerade im städtischen Bereich glaube ich, dass man das jetzt über erste Projekte (die gibts ja eh schon) anschauen sollte. Ladepunkte auf der Dienststelle und in jedem KH in der Region und dann kommt man mit ~ 150 km sicher durch einen 12-Stunden-Dienst. Der entscheidende Unterschied zum Verbrenner ist ja auch, dass das Ding (fast) nichts verbraucht, wenn es steht. Und zumindest städtische RTW stehen viel herum... Und die Geschwindigkeiten in der Stadt sind auch sehr "E-Auto-freundlich", genauso wie das Gas-Bremse-Gas-Bremse - da spart die Rekuperation ziemlich viel.

Für mich ist der Schlüssel, dass es in jedem KH Ladepunkte gibt und dass die Grundfahrzeuge echte E-Fahrzeuge sind und nicht Verbrenner, die behelfsmäßig einen E-Motor und irgendwo Akkus eingebaut bekommen haben.
Zuletzt geändert von leibschüsselfahrer am So 4. Apr 2021, 17:25, insgesamt 1-mal geändert.
leibschüsselfahrer
VIP
VIP
 
Beiträge: 671
Registriert: Fr 2. Mai 2014, 09:39
HiOrg: RK
Qualifikation: NKI

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon RK_RD » Di 6. Apr 2021, 09:56

RedTiger hat geschrieben:Sry aber das kann ich echt schon nicht mehr lesen. :roll:
Vor ein paar Jahrzehnten hieß es auch Computer für den Privathaushalt sind komplett sinnlos und wird es nie geben. Kurz darauf hieß es, das Internet sei nur eine vorübergehende Modeerscheinung die sich nicht durchsetzen würde... - Heute hat fast jeder einen Computer und Internet... :roll:


Und genau das gleiche Argument mit den Wasserstoff Fahrzeugen zu bringen.
Nicht wenige Experten sind der Meinung, dass die E-Mobilität nicht die Zukunft sein wird, sondern dass es eben Wasserstofffahrzeuge sind.

Aber wie immer ist sowas eine politische Entscheidung und wer hält besser Lobbing betreibt.
RK_RD
Rang: NKI
Rang: NKI
 
Beiträge: 1026
Registriert: Mi 15. Jun 2016, 17:33
HiOrg: RK
Qualifikation: NFS
Dienstverhältnis: Ehrenamtlich

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon RK_RD » Di 6. Apr 2021, 09:58

Menico hat geschrieben:Mercedes baut schon länger d eSprinter für Amazon als Lieferfahrzeug. Der sollte schon mal ein guter Anfang sein.


Amazon hat keine eigenen Lieferfahrzeugr. Amazon bedient sich hierfür bei Subunternehmen.
RK_RD
Rang: NKI
Rang: NKI
 
Beiträge: 1026
Registriert: Mi 15. Jun 2016, 17:33
HiOrg: RK
Qualifikation: NFS
Dienstverhältnis: Ehrenamtlich

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon RedTiger » Di 6. Apr 2021, 10:07

RK_RD hat geschrieben:Amazon hat keine eigenen Lieferfahrzeugr. Amazon bedient sich hierfür bei Subunternehmen.


In Österreich ja.
In anderen Ländern betreibt Amazon teilweise auch eigene Zustellfahrzeuge. Außerdem werden den Franchisenehmern (Amazon-Logistics-Partner-Zustelldienst) Fahrzeuge zu Vorteilspreisen angeboten.
Zuletzt geändert von RedTiger am Di 6. Apr 2021, 10:11, insgesamt 2-mal geändert.
NFS-NKI, PHTLS-Provider, AMLS-Provider, EPC-Provider, ERC-ALS-Provider, ERC-PALS-Provider, MA70-ABC-SEG, Basisausbildung f. Strahlenschutz gem. ÖNorm, ASB-EH-Trainer
RedTiger
VIP
VIP
 
Beiträge: 1100
Registriert: Mi 22. Apr 2015, 16:22
HiOrg: MA70
2. HiOrg: ASB
Qualifikation: NKI
Dienstverhältnis: Hauptamtlich & Ehrenamtlich
Ort: Wien

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon Luke » Di 6. Apr 2021, 11:05

RK_RD hat geschrieben:
RedTiger hat geschrieben:Sry aber das kann ich echt schon nicht mehr lesen. :roll:
Vor ein paar Jahrzehnten hieß es auch Computer für den Privathaushalt sind komplett sinnlos und wird es nie geben. Kurz darauf hieß es, das Internet sei nur eine vorübergehende Modeerscheinung die sich nicht durchsetzen würde... - Heute hat fast jeder einen Computer und Internet... :roll:


Und genau das gleiche Argument mit den Wasserstoff Fahrzeugen zu bringen.
Nicht wenige Experten sind der Meinung, dass die E-Mobilität nicht die Zukunft sein wird, sondern dass es eben Wasserstofffahrzeuge sind.

Aber wie immer ist sowas eine politische Entscheidung und wer hält besser Lobbing betreibt.

Glaub ich nicht das es eine große politische Entscheidung wird.

Es wird kaum mehr Forschung im Bereich H2 Fahrzeuge betrieben, weil aktuell die Gesamteffizienz (durch die Elektrolyse) sehr schlecht ist.
Man müsste für Brennstoffzellenautos ca. 3x so viel Ökostrom bereitstellen, als für Batterie E-Fahrzeuge.
Außerdem brächten wir hierfür extrem viel neue Infrastruktur (Tankstellen, Transport, Lagerung, etc.).
Der Treibstoff würde dann im Vergleich zum Batterie E-Fahrzeuge deutlich teurer sein.
Dateianhänge
index.png
index.png (1.27 MiB) 1424-mal betrachtet
Zuletzt geändert von Luke am Di 6. Apr 2021, 11:07, insgesamt 3-mal geändert.
Luke
Rang: RSiA
Rang: RSiA
 
Beiträge: 20
Registriert: Di 1. Sep 2020, 20:49
Qualifikation: NKI
Dienstverhältnis: Ehrenamtlich

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon Menico » Di 6. Apr 2021, 11:13

Luke hat geschrieben:Man müsste für Brennstoffzellenautos ca. 3x so viel Ökostrom bereitstellen, als für Batterie E-Fahrzeuge.
Außerdem brächten wir hierfür extrem viel neue Infrastruktur (Tankstellen, Transport, Lagerung, etc.).
Der Treibstoff würde dann im Vergleich zum Batterie E-Fahrzeuge deutlich teurer sein.

So einfach ist es leider nicht. Die Stromnetze sind fast überall veraltet und nicht für die Lasten ausgelegt die auftreten würden, wenn zu einem hohen Anteil elektrisch gefahren werden würde.
Man darf auch nicht das Risiko eine Blackouts vernachlässigen. Gewisse Infrastruktur sollte auch noch funktionieren wenn kein Strom mehr da ist. Ich glaub keiner von uns möchte wieder zu den Handkarren zurück :D

Und dass es keine Forschung mehr gibt bzgl. H2 stimmt so auch nicht. Es gibt weiterhin große japanische Autobauer die auf H2 setzen. Und vor allem in Deutschland wird sehr viel an H2 als Antrieb geforscht. Dort gibt es auch schon eine Infrastruktur an H2 Ladestationen die weiter ausgebaut wird.

Edit:
Guter Vergleich mit Hintergrundinfos
https://www.youtube.com/watch?v=V6lo6yQ9_34&t=47s
Zuletzt geändert von Menico am Di 6. Apr 2021, 11:18, insgesamt 1-mal geändert.
NFS-NKI, SEF-PA, ALS-Provider, AMLS-Provider
Menico
VIP
VIP
 
Beiträge: 486
Registriert: Do 2. Jul 2015, 16:21
HiOrg: RK
Qualifikation: NKI
Dienstverhältnis: Ehrenamtlich

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon Luke » Di 6. Apr 2021, 11:27

Menico hat geschrieben:
Luke hat geschrieben:Man müsste für Brennstoffzellenautos ca. 3x so viel Ökostrom bereitstellen, als für Batterie E-Fahrzeuge.
Außerdem brächten wir hierfür extrem viel neue Infrastruktur (Tankstellen, Transport, Lagerung, etc.).
Der Treibstoff würde dann im Vergleich zum Batterie E-Fahrzeuge deutlich teurer sein.

So einfach ist es leider nicht. Die Stromnetze sind fast überall veraltet und nicht für die Lasten ausgelegt die auftreten würden, wenn zu einem hohen Anteil elektrisch gefahren werden würde.
Man darf auch nicht das Risiko eine Blackouts vernachlässigen. Gewisse Infrastruktur sollte auch noch funktionieren wenn kein Strom mehr da ist. Ich glaub keiner von uns möchte wieder zu den Handkarren zurück :D

Und dass es keine Forschung mehr gibt bzgl. H2 stimmt so auch nicht. Es gibt weiterhin große japanische Autobauer die auf H2 setzen. Und vor allem in Deutschland wird sehr viel an H2 als Antrieb geforscht. Dort gibt es auch schon eine Infrastruktur an H2 Ladestationen die weiter ausgebaut wird.

Sie sind auch nicht ausgelegt für einen hohen Ökostrom Anteil. Deswegen muss sich sowieso etwas tun. Der Umstieg kommt ja nicht von heute auf morgen.

Ich meinte auch kaum noch Forschung. Wenn man vergleich wieviele Milliarden momentan in die Batterieentwicklung fließen.

Aber schauen wir wo die Reise hingeht. Da ich seit über 4 Jahren elektrisch unterwegs bin hab ich da vielleicht auch einen Tunnelblick.
Luke
Rang: RSiA
Rang: RSiA
 
Beiträge: 20
Registriert: Di 1. Sep 2020, 20:49
Qualifikation: NKI
Dienstverhältnis: Ehrenamtlich

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon RedTiger » Di 6. Apr 2021, 11:33

Menico hat geschrieben:Und dass es keine Forschung mehr gibt bzgl. H2 stimmt so auch nicht. Es gibt weiterhin große japanische Autobauer die auf H2 setzen. Und vor allem in Deutschland wird sehr viel an H2 als Antrieb geforscht. Dort gibt es auch schon eine Infrastruktur an H2 Ladestationen die weiter ausgebaut wird.


H2 ist kein Antrieb - der Antrieb sind Elektromotoren. H2 ist eine mögliche Variante des Energiespeichers.
NFS-NKI, PHTLS-Provider, AMLS-Provider, EPC-Provider, ERC-ALS-Provider, ERC-PALS-Provider, MA70-ABC-SEG, Basisausbildung f. Strahlenschutz gem. ÖNorm, ASB-EH-Trainer
RedTiger
VIP
VIP
 
Beiträge: 1100
Registriert: Mi 22. Apr 2015, 16:22
HiOrg: MA70
2. HiOrg: ASB
Qualifikation: NKI
Dienstverhältnis: Hauptamtlich & Ehrenamtlich
Ort: Wien

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst

Beitragvon Menico » Di 6. Apr 2021, 12:15

Luke hat geschrieben:Sie sind auch nicht ausgelegt für einen hohen Ökostrom Anteil. Deswegen muss sich sowieso etwas tun. Der Umstieg kommt ja nicht von heute auf morgen.

Es kommt immer auf die Steuerbarkeit der Stromgewinnung an, nicht ob Öko oder nicht. Wasserkraftwerke sind deutlich besser steuerbar als Kohle oder Gaskraftwerke, da man diese bei Bedarf zuschalten oder abschalten kann. Österreichische Pumpspeicherkraftwerke werden sogar dafür bezahlt überschüssigen Strom aus dem deutschen Netz zu nehmen um die Stauseen vollzupumpen. Der überschüssige Strom würde sonst das Netz beschädigen.

Luke hat geschrieben:Aber schauen wir wo die Reise hingeht.

Ja. Ich denke ein Mischbetrieb wirds wohl werden. Batterie, H2 und Verbrenner (die werden uns noch seeeehr lange begleiten)

RedTiger hat geschrieben:H2 ist kein Antrieb - der Antrieb sind Elektromotoren. H2 ist eine mögliche Variante des Energiespeichers.

Ist schon klar. Aber ich glaub' es weiß jeder was gemeint war.
NFS-NKI, SEF-PA, ALS-Provider, AMLS-Provider
Menico
VIP
VIP
 
Beiträge: 486
Registriert: Do 2. Jul 2015, 16:21
HiOrg: RK
Qualifikation: NKI
Dienstverhältnis: Ehrenamtlich

VorherigeNächste

Zurück zu Geräte, Fahrzeuge & Technik

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste

cron