Kastenwägen in Österreich

Vor- und Nachteile, Anleitungen und eigene Erfahrung

Kastenwägen in Österreich

Beitragvon Menico » Mo 1. Feb 2021, 11:35

chef hat geschrieben:Denn wenn eine Straße unbefahrbar wird oder der Einsatzort alpin oder zu entlegen ist

Stimmt schon. Nur hängt halt was "unbefahrbar" ist stark vom Fahrzeug ab. Allerdings sind die Gelegenheiten wo ich mit einem T6 noch hinkomme und mit dem Sprinter nicht mehr, schon seeeehr begrenzt. So begrenzt, dass ich es als komplett vernachlässigbar einschätzen würde.

Was meiner Meinung nach noch ein gültiges Argument wäre, sind die Fahreigenschaften. Der T6 HD ist einfach besser handelbar als ein 5,5t Sprinter. Viele Fahrer sind so große Autos nicht gewohnt und der neue 5,5t Sprinter bei uns untersteuert bei Nässe auch bei sehr vorsichtiger Fahrweise wie die Seuche. Bergab mit so einem Wagen wird für viele Fahrer eine große Herausforderung.
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Beitragvon chef » Di 2. Feb 2021, 07:30

Mit den Fahreigenschaften hast du natürlich vollkommen recht, aber da könnte man ja anderweitig ansetzen. Unbefahrbar ist natürlich auch differenzierbar, das stimmt schon aber wie erwähnt schaffen es die Kollegen welche definitiv in alpinen Gegenden tätig sind auch überall dort hin zu kommen wo sie gebraucht werden. Ist halt schwer alle Vorteile in einem Auto zu vereinen. Wenn ich mir hier zum Beispiel die Lieferdienste ansehe, dann priorisieren diese schon nach ihrer Haupttätigkeit und stellen den Platzbedarf in den Vordergrund und legen weniger Augenmerk auf die Fahreigenschaften. Natürlich sieht man dann ab und an wieder Lieferfahrzeuge mit Heckantrieb im Winter welche auf Steigungen hängen bleiben oder beim geringsten Schneefall mit Schneeketten ausrücken. Da spielen jedoch sicher die Wirtschaftlichkeit und die Mehrkosten des Allrades für die Unternehmer mit. Im Rettungsdienst sollte einfach das adäquate Fahrzeug vom Geldgeber nach gültigen Normen und Stand der Wissenschaft finanziert werden, sprich Sprinter/Crafter... (mit oder ohne Koffer) samt Allrad dort wo es nötig ist. Leider äußern die durchführenden Organisationen diese Wünsche oftmals gar nicht, da adäquate da oft mals ganz anders ausgelegt wir und man Hobbyblaulichtfahrer nicht mit größeren Fahrzeugen überfordern will. Platzangebot braucht man nicht da der RS in Ö ja nur auf den NA warten muss und Hände hält.

Das mit den 5% in dem ich das größere Fahrzeug benötige stimmt natürlich, kann aber nicht der Zugang für die Auswahl eines passenden Fahrzeuges sein, denn wie beschrieben steht das ergonomische Arbeiten und Versorgen des Patienten im Vordergrund. Ein normaler Regeleinsatz im T6 samt NEF führt dazu, dass der Platz hier schon zu wenig wird und oftmals stark improvisiert werden muss. Denn es spricht nicht für die Qualität eines Systems wenn Patient, NA und NFS-NEF im T6 drinnen sind, ein Teil der Gerätschaften und Rucksäcke vor dem Auto am Boden liegen und der RS/NFS vom T6 reicht Material ins Fahrzeug, da es drinnen zu eng wird und das alles nur weil Monitoring und i.V. Zugang gemacht werden. Also bitte hörts auf solche Fahrzeuge in der Notfallrettung schön zu reden, die haben dort schlichtweg nichts verloren, auch wenn es ein Mischsystem ist. Nur weil ein KFZ für den KTR ausreichend ist, heißt dies nicht im Umkehrschluss dass es auch für eine erweiterte Patientenversorgung gut genug ist. Klarerweise ist es möglich, aber seit ehrlich wirkt es professionell am Billaparkplatz einen Patienten zu versorgen bei offener Tür und ständig zwengen sich Leute rein und raus, am Schluss wird der Tragsessel ausgeladen und ein oder zwei Sanitäter lehnen am KFZ weil sie ohnehin nichts zu tun haben, weil sie nicht ins Fahrzeug können.

Also das Problem dreht sich im Kreis. Flächendeckend gut ausgestattete und von der große her passende Fahrzeuge für den Notfallrettungsdienst wird es erst geben wenn das System RD in Ö grundlegend geändert wird. Bei manchen Bundesländern sehe ich da nicht viel Chance in den nächsten Jahren da die Orgas ein Interesse an Verädnerung haben und noch immer viel zu viel Macht haben, die Politik kein Interesse an Änderungen hat, die breite Masse der Bevölkerung keine Ahnung von Missständen hat und "Experten" welche auf Änderungen drängen von Orgas als Idioten dargestellt werden die völlig übertreiben (oder sich öffentlich selbst als solche darstellen ;-) ).
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Beitragvon sanioö » Do 25. Feb 2021, 23:01

OÖ nennt diese NKTW zumindest nicht RTW wie andere Bundesländer.
Die Fahrzeuge des ASB sind afaik auch nur größer, entsprechen aber v.a. in der Ausstattung auch nicht einem RTW.



Das stimmt so nicht!
Die NKTW bzw NKW sind T6 und eben primär für Krankentransporte gedacht.
Der RTW (der auch so bezeichnet wird) hat eine "Body Box" ist somit um einiges größer und entspricht auch dem Ausstattung Vorschriften eines RTWs.
Zudem kann dieser als ITW verwendet werden.

beim RK in OÖ gibt halt die SEWs die wie die NKWs beim ASB sind und einen Sprinter der als ITW dient bzw als eigentlichen "RTW"
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Beitragvon RedTiger » Fr 26. Feb 2021, 09:58

Was ist im Gelände/bei schlechter Straßenlage besser als ein T5/6 4Motion?
Ein Sprinter 4x4.

Was spricht gegen den Sprinter 4x4?
Man kann ihn nicht auf 3,5t heruntertypisieren und jeden Zivi damit spazieren fahren lassen.
Für Hauptberufliche und Ehrenamtliche muss man eben Rettungsführerscheinkurse veranstalten.

Was kauft man deshalb?
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Beitragvon Einsatzleitner » Fr 26. Feb 2021, 14:21

Und auch in der 3,5t Klasse gibts den Sprinter zu haben (wenn auch als Flachdach) was für einen KTW völlig ausreicht, und mehr sollte ein Zivi auch nicht lenken - sag ich als jemand der im Zivildienst wirklich alles gefahren ist.
CAVE: Kann Spuren von Sarkasmus enthalten.
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Beitragvon Beatmungsbeutel » Sa 27. Feb 2021, 19:38

sanioö hat geschrieben:
OÖ nennt diese NKTW zumindest nicht RTW wie andere Bundesländer.
Die Fahrzeuge des ASB sind afaik auch nur größer, entsprechen aber v.a. in der Ausstattung auch nicht einem RTW.



Das stimmt so nicht!
Die NKTW bzw NKW sind T6 und eben primär für Krankentransporte gedacht.
Der RTW (der auch so bezeichnet wird) hat eine "Body Box" ist somit um einiges größer und entspricht auch dem Ausstattung Vorschriften eines RTWs.
Zudem kann dieser als ITW verwendet werden.

beim RK in OÖ gibt halt die SEWs die wie die NKWs beim ASB sind und einen Sprinter der als ITW dient bzw als eigentlichen "RTW"


Die Crafter des RK OÖ sind definitiv keine RTW und schon gar keine ITW.
Gut, wenn der ASB tatsächlich RTW verwendet. Ich hoffe, es gibt dann auch eine entsprechende Ausrückeordnung.
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Beitragvon don.pedro » Sa 27. Feb 2021, 20:04

Was soll die Ausrückeordnung ändern. Der Notruf geht bei der Firma A ein. Wieso sollte ein Fahrzeug der Firma B berufen werden?
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Beitragvon Beatmungsbeutel » Sa 27. Feb 2021, 21:12

don.pedro hat geschrieben:Was soll die Ausrückeordnung ändern. Der Notruf geht bei der Firma A ein. Wieso sollte ein Fahrzeug der Firma B berufen werden?

Der Notruf geht nicht beim RK ein sondern bei der Rettungsleitstelle, die das RK betreibt. Der ASB hat einen Vertrag mit den Gemeinden nehm ich an. Also ist bei RD-Events das nächste freie RM zu entsenden.
Und es macht dann sehr wohl einen Unterschied, ob das ein RTW oder ein NKTW bedient.
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Beitragvon Response144 » So 28. Feb 2021, 13:56

Ich möchte bevor die Steiermark wieder gelobt wird nochmal einwerfen das die neuen Crafter und Sprinter wirklich grossteils als KT eingesetzt werden.
Einfacher Grund - hat schon jemand in einen steirischen Crafter/Sprinter reingeschaut? Du wirst keinen Unterschied zu einem T5/6 finden, da es der selbe Ausbau, nur mit 2 Tragesesseln ist. Kein Vergleich mit den anderen Bundesländern.

Und ich lehne mich mal soweit aus dem Fenster und behaupte das es Steiermarkweit gleich gehandhabt wird und diese Fahrzeuge nicht als Notfallfahrzeuge zurückgehalten, sondern als Krankentransporter eingesetzt werden, da ja alles von der gleichen Leitstelle aus disponiert wird.
Man bekommts ja auch mit ;).
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Beitragvon sanioö » So 28. Feb 2021, 20:05

don.pedro hat geschrieben:Was soll die Ausrückeordnung ändern. Der Notruf geht bei der Firma A ein. Wieso sollte ein Fahrzeug der Firma B berufen werden?


Naja die Ausrückeordnung intern bei den Organisationen ist die eine Sache aber wenns drum geht das nur Fahrzeuge der einen Organisation berufen werden wenn gerade ein Fahrzeug der anderen Organisation näher am Einsatzort ist muss ich dir widersprechen!
Wenn ein Fahrzeug näher am Einsatzort ist sollte dieses auch den Einsatz bekommen, es geht ja um das Wohl des Patienten.
Ich weiß im Rettungsdienst geht es den Organisationen oft um Geld und politisch ist sowieso keine unabhängig, aber wenn es um den Patienten geht sollte es um diesen gehen und nicht darum welche Organisation den Auftrag bekommt.
War leider früher mal so aber heutzutage sollte das echt nicht so sein!
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