Was bringt das Ehrenamt den Vereinen finanziell?

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Was bringt das Ehrenamt den Vereinen finanziell?

Beitragvon VenFlow » Sa 25. Mai 2019, 06:58

Hallo da mir der Bundesverband, die Landes und Bezirksverbände etwas auf die Nerven fallen und nie die wirklichen Personalersparnisse offen legen habe ich mir einmal die Mühe gemacht, von den 1.824,09 € Bruttogehalt für RS Anfänger nach KV des ÖRK für Wien 2018 zu rechnen.https://www.roteskreuz.at/fileadmin/user_upload/PDF/Kollektivvertrag/KV_2018/Anhang_Wien_2018_final_24052018.pdf
Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass der Rettungswagen an 365 Tagen zumindestens 12, an den Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ganztags besetzt ist mit Ehrenamtlichen komme ich auf 11.616 h Ehrenamtlich im Jahr, da ja zwei Personen auf den RTW gehören. Normal müssten bei 365 Tagen 17.520 h oder 9,35 hauptamtliche Stellen besetzt werden. Durch die ehrenamtlichen werden 6,2 Vollzeitäquvivalente eingespart was bei den 1.824,09 € mal den Lohnnebenkosten mit dem 1,6 fachen rund 274.000 € macht die gespart werden. Für die verbleibenden 3,15 Stellen sind 139.000 € zu zahlen. Wenn ich jetzt von einem Bezirk mit 10 Ortsstellen ausgehe und einem LV mit acht Bezirken käme ich auf Einsparungen von rund 22 Mio € pro Jahr.
Wenn ich dem jetzt entgegenstelle, dass die Fahrzeuge etwa 20 Einsätze in 24h zu im Durchschnitt 50 € (ja das ist eher hoch gegriffen) fahren, macht das Einnahmen von 1.000 € * 10 Ortsstellen * 8 Bezirken = 29.2 Mio €. Dem steht derzeit an Personal 11.12 Mio entgegen. Sollten alle ehrenamtlichen Stellen hauptamtlich besetzt werden, dann bedeutet dies 22 Mio zusätzlich und man wäre ohne einen Tropfen Sprit usw. mit drei Mio € in den Roten Zahlen und das ist eher sehr konservativ gerechnet.
Denn mit dem ständigen Jubeln wir haben wieder x Tausend Stunden geleistet weiss man noch garnichts, weil braucht es jede geleistete Stunde? Von daher sollten sich die Organisationen fragen, wie man mit seinen Mitgliedern umgehen soll im Bezug auf Motivation usw.
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Beitragvon Sam Splint » Sa 25. Mai 2019, 10:23

Öhm, mir erschließt sich nicht ganz, warum du 1824,09€ Grundgehalt für neue RS heranziehst. Das entspräche der Gehaltsklasse b1, die ja klar als 'Notfallrettung' tituliert ist, was heißt dass diese nur NFS+ beziehen. Außerdem steht ja auch klar im Text, dass sämtliche neu eintretenden Mitglieder seit 2015 in die Gehaltsklasse e1 fallen, was wiederum einem Monatsbruttogehalt von 1482,10€ entspräche... Die obige Rechnung geht also meines Erachtens nach nicht wirklich auf...
Zuletzt geändert von Sam Splint am Sa 25. Mai 2019, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon SaniS » Sa 25. Mai 2019, 13:13

Welcher KV? Bei uns bekommen neue RS ca 2000.- brutto/Monat
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Beitragvon RedTiger » Sa 25. Mai 2019, 13:47

Sry aber das ist eine Milchmädchenrechnung. Da sind viele Faktoren nicht mit eingerechnet und zwar auf beiden Seiten. Der Ablösefaktor insbesondere bei den Beruflichen fehlt, schließlich ist ein Mitarbeiter auch im Urlaub/Krankenstand/Karenz/usw.
Aus- und Fortbildungskosten, sowie Kosten für Dienstkleidung werden bei niemandem berücksichtigt, usw. Auch teilweise vorhandene Entschädigungen für Ehrenamtliche (Fahrtgeldersatz, Uniformenkonto, etc.) werden nicht gerechnet, usw.
Gerade auch die Fluktuation bei den Ehrenamtlichen muss mitberechnet werden, usw.
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Beitragvon gehtscho32 » Sa 25. Mai 2019, 18:41

Die Lohnnebenkosten muss man auch mit hineinrechnen...

Bei 1482 € brutto sind das 447€ monatlich
Bei 1824 € brutto sind das 550€ monatlich
Bei 2000 € brutto sind das 603€ monatlich

Davon sieht der Arbeitnehmer am Gehaltszettel nichts, das sind Dienstgeberkosten:
Quelle http://onlinerechner.haude.at/bmf/brutt ... chner.html
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Beitragvon spaetberufener » Sa 25. Mai 2019, 19:58

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Beitragvon VenFlow » So 26. Mai 2019, 09:06

Das es eine "Milchmädchenrechnung" ist, ist mir bekannt. Es geht mir darum einmal etwas Licht in das Dunkel zu bringen, weil die Ehrenamtlichen schuften sich mit einem dutzend Fahrten in der Nacht ab und dann heißt es nein die Jacken und Hosen sind weiter zu tragen,auch wenn Saubermacher seine Mitarbeiter wegen Geschäftsschädigung schon nicht mehr so anziehen würde.
@ Redtiger danke für deinen Einwurf:
Aus- und Fortbildungskosten, sowie Kosten für Dienstkleidung werden bei niemandem berücksichtigt, usw. Auch teilweise vorhandene Entschädigungen für Ehrenamtliche (Fahrtgeldersatz, Uniformenkonto, etc.) werden nicht gerechnet, usw.
Gerade auch die Fluktuation bei den Ehrenamtlichen muss mitberechnet werden, usw.

Die Ausbildung einer RettSan wird mit 2.500 € veranschlagt, die Weiterbildung mit 20 € die Stunde, Fahrtgeldersatz und ähnliches gibt es nicht, da es je dem Slogan widersprechen würde und selbst beim Weihnachtsessen usw. gespart, nur nicht bei den Goldfasanen für die Außendarstellung. Die Pensionäre die um 2,20 € die Stunde arbeiten gelten nicht als Ehrenamtlich, aber auch nicht als Angestellte, was sie sind weiss keiner. Die Uniform kostet Polo 8 € , Hose 20 € und die Jacken werden getragen, bis sie zerfallen, weil sie mit 120 € der größte Faktor sind. Die Schuhe liegen bei 30 € vom Verein, also ist man bei 200 € grob für alles.
Im Schnitt geht ein EA derzeit nach drei Jahren, dass heißt 2.500 € + 24 * 20 € + 200 € = 3.180 € Gesamtkosten. Geleistete Mindestdienstfrequenz 24 im Monat, dass macht 864 h in den Jahren oder Kosten je Stunde von 3,68 € die Stunde. Dem stehen etwa 11 € beim Hauptamtlichen nach gehtscho32's Zahlen entgegen. Gemäß KV ist der Dienstgeber auch für die Instandsetzung, Ersatz und Reinigung der Bekleidung beim HA zuständig, genauso wie für seine Fortbildung, also kommt das auf die 11 € obenauf und die Ausbildung selber naja dafür gibt es den Zivildienst und das EA, da über dies die Ausbildung läuft.
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Re: Was bringt das Ehrenamt den Vereinen finanziell?

Beitragvon leibschüsselfahrer » So 26. Mai 2019, 12:59

Können wir uns dann wieder auf etwas wertschätzendere und sachlichere Formulierungen einigen? Danke!
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Beitragvon Defi » So 26. Mai 2019, 14:02

VenFlow hat geschrieben:und die Jacken werden getragen, bis sie zerfallen


Wo genau, und das würde mich jetzt wirklich einmal brennend interessieren, soll das bitte bei einem hauptberuflichen Mitarbeiter der Fall sein?

Davon abgesehen gibt es in der Regel bei den einzelnen RK LVs eine vordefinierte Tragedauer, wie lange das jeweilige Uniformstück bei der durchschnittlichen Belastung halten muss - ist sie aber z. B. von einem schwierigen Rettungseinsatz her einfach vorher kaputt gegangen, wird sie bereits davor ausgetauscht. Bei einem freiwilligen Mitarbeiter ist es natürlich was anderes, da kann ich auch selbst absolut nachvollziehen, dass man jemandem, der 24 Dienste im Jahr macht nicht alle ein bis zwei Jahre eine neue Jacke zur Verfügung stellen wird, da die Abnutzung schlicht und ergreifend nicht so groß ist wie bei einem hauptberuflichen Sanitäter.
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Beitragvon cyrux » So 26. Mai 2019, 14:48

Ich weiß ja nicht wo VenFlow seine Horrorfantasien her hat, aber so läuft es definitiv nicht (überall).
Ich habe bisher keine zerfallene Jacke gesehen, beim Weihnachtsessen wird alles andere als gespart und "Goldfasane" haben zumindest in unserer Umgebung keine großartige Bedeutung oder gar besondere Behandlung.
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