CPR bei Arrest durch CO-Intox

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CPR bei Arrest durch CO-Intox

Beitragvon Menico » Di 27. Jul 2021, 12:42

Das wäre vmtl. gleich durch das CO das im Gewebe gelöst ist wieder belegt?
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Beitragvon 112er » Di 27. Jul 2021, 14:11

RedTiger hat geschrieben:Bei einem Kreislaufstillstand hat allerdings natürlich die Behandlung des Kreislaufstillstandes absolute Priorität. Eine präklinische ECMO gibt es in Wien derzeit ebenfalls nicht. Prinzipiell ist für eine notfallmäßige ECMO st.p. Transport (evtl. unter CPR) das AKH Wien die bevorzugte primäre Anlaufstelle (sowohl Kinder als auch Erwachsene). Eine ECMO ist gemäß Studienlagen bei einer schweren CO-Intox ein effektives Therapiemittel. Ob eine Druckkammer bei einer bereits bestehenden ECMO-Therapie überhaupt noch Sinn macht, ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt. Keine Ahnung ob es dazu überhaupt wissenschaftliche Daten gibt.


Das sehe ich genauso.
Für alle, die sich dafür interessieren wie die ECMO in Wien (AKH) abläuft, kann ich die letzte Folge des MA70 Notfallmedizin Podcast sehr empfehlen.
Link: https://www.podcast.de/episode/58125631 ... it-zukunft
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Beitragvon DAsteini » Di 27. Jul 2021, 16:49

ECMO solltest du jedenfalls auch in Linz schon bekommen, Wels, St. Pölten... Das ist kein Zauber mehr. Mit eCPR schauts im Westen dagegen eher schlecht aus. Wer präklinisch die ECMO einbauen soll frag ich mich dazu auch noch. Abgesehen davon, dass ich dann ein anderes Gefährt brauche als den Durchschnitts-SEW aus OÖ mit 2 Zivis an Board (Gerüchteweise werden damit auch ECMO Patienten transferiert - brrrr :shock: ).

Dass innerklinisch ECMOs eingebaut werden und dann transportiert gibts schon eher. Siehe AKH/JUH/ASB St. Georgen oder BH mit Black Hawk während der Corona Pandemie.

Nur so um die Zahlen zu vergleichen: eCPR SAMU Paris deckt 15Mio Menschen ab und das mit einem Heli.

Auch wenn solche ECMOs vor Ort eingebaut werden und man dann transportiert a la JUH/ASB, wird das Ganze zumindest so viel Vorlaufzeit benötigen wie die Anfahrtszeit ist. Während der COVID Pandemie hätte dieses System ihr Vorteile zeigen können.
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Beitragvon The Main Event » Mi 28. Jul 2021, 08:17

Was noch erschwerend dazukommt, ist, dass man in diesem Fall (peri-arrest) eine VA-ECMO braucht, denn nur die kann den Kreislauf ersetzen. Während der Pandemie hatten wir (und auch andere Spitäler) ausschließlich VV-ECMOs laufen, da die Patienten ja einen Kreislauf hatten und man "nur" die Lunge umgehen musste. Teilweise musste im AKH, hab ich gehört, sogar auf RVAD Devices umgestiegen werden weil die ECMOs knapp wurden...
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Beitragvon RedTiger » Mi 28. Jul 2021, 09:00

The Main Event hat geschrieben:Was noch erschwerend dazukommt, ist, dass man in diesem Fall (peri-arrest) eine VA-ECMO braucht, denn nur die kann den Kreislauf ersetzen. Während der Pandemie hatten wir (und auch andere Spitäler) ausschließlich VV-ECMOs laufen, da die Patienten ja einen Kreislauf hatten und man "nur" die Lunge umgehen musste. Teilweise musste im AKH, hab ich gehört, sogar auf RVAD Devices umgestiegen werden weil die ECMOs knapp wurden...


Moderne Geräte können üblicherweise bereits sowohl im VA als auch im VV Modus betrieben werden. Tatsache ist, ja die Geräte sind nur limitiert vorhanden.
Das hat gleich zwei Gründe - einerseits natürlich der Preis des Gerätes sowie die benötigten speziell geschulten Fachkräfte. Andererseits kann ein solches System auch nur in Spezialkliniken etabliert werden welche die notwendigen Fallzahlen an Therapien haben, denn das geschulte Personal benötigt auch eine Einsatzroutine um die Maßnahmen sicher ausüben zu können. Selbst wenn man in jedes Dorfspital eine ECMO stellen würde - nach einem Jahr wird dort niemand mehr das Gerät anwenden können, weil das Personal auf die Fallzahlen nicht kommt.

DAsteini hat geschrieben:Dass innerklinisch ECMOs eingebaut werden und dann transportiert gibts schon eher. Siehe AKH/JUH/ASB St. Georgen oder BH mit Black Hawk während der Corona Pandemie.


Patienten mit ECMO transferiert der BIT in Wien schon seit es diese Geräte gibt. Und zwar auch bereits zu Zeiten wo diese Geräte noch in der Größe eines Wandschranks waren - moderne Geräte sind mittlerweile allerdings nicht mehr größer als ein Transportrespirator.
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Beitragvon The Main Event » Mi 28. Jul 2021, 17:48

RedTiger hat geschrieben:Moderne Geräte können üblicherweise bereits sowohl im VA als auch im VV Modus betrieben werden. Tatsache ist, ja die Geräte sind nur limitiert vorhanden.
Das hat gleich zwei Gründe - einerseits natürlich der Preis des Gerätes sowie die benötigten speziell geschulten Fachkräfte. Andererseits kann ein solches System auch nur in Spezialkliniken etabliert werden welche die notwendigen Fallzahlen an Therapien haben, denn das geschulte Personal benötigt auch eine Einsatzroutine um die Maßnahmen sicher ausüben zu können. Selbst wenn man in jedes Dorfspital eine ECMO stellen würde - nach einem Jahr wird dort niemand mehr das Gerät anwenden können, weil das Personal auf die Fallzahlen nicht kommt.

Ich meinte eher aufgrund des Zugangsweg, nicht wegen dem Gerät selbst. VA ist ja doch noch einen Ticken "invasiver" und komplikationsreicher wie VV, jedoch im Arrest dann auch schon Wurscht....
Zum Thema Fachpersonal und Dorfspitäler: Klingt ja in der Theorie sehr logisch und vernünftig, jedoch in der Praxis nicht immer der Fall und oft auch nicht so umsetzbar... ;)
Zuletzt geändert von The Main Event am Do 29. Jul 2021, 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon don.pedro » Fr 30. Jul 2021, 04:48

DAsteini hat geschrieben:ECMO solltest du jedenfalls auch in Linz schon bekommen, Wels, St. Pölten... Das ist kein Zauber mehr......

Kann die ECMO auch beim Tauchunfall eingesetzt werden? Oder braucht es da noch immer die Druckkammertherapie?
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Beitragvon leibschüsselfahrer » Fr 30. Jul 2021, 10:22

Meinem physiologischen Verständnis nach nicht: es geht beim Tauchunfall ja nicht um die Oxygenierung des Blutes, sondern darum, den ausgeperlten Stickstoff (die Blubberbläschen) wieder in Flüssigkeit gelöst zu bekommen. Oder seh ich das falsch?
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Beitragvon DAsteini » So 1. Aug 2021, 12:46

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