Zubereitung der Trage

Nachdem ich das Thema immer wieder mit Kollegen ausführlich diskutiert habe und viele interessante Argumente an meiner DST gehört habe, würde mich die Situation in Restösterreich interessieren: Was habt ihr so alles auf/unter euren Tragen und wie/wann reinigt ihr sie?

Bei uns gibts einige Variationen, vom klassischen blauen Plastiküberzug, der den ganzen Tag draufbleibt (bei den bequemen) über normale Stoffleintücher bis hin zu dem Klassiker, nix drauf und nach jedem Einsatz reinigen (mühselig, aber auch meine Wahl, weil am hygienischsten).

Decken entweder leicht zu desinfizierende „Thermodecken“ od. Einmaldecken, je nach Witterung. Pölster nehmen die alten Hasen den normalen Kopfpolster aus dem KH, aber zum Glück ist in jedem Auto einer vom Hersteller, der an der Matratze fixiert wird.

Sonstiges Zubehör: Sicsac immer eingeklemmt, Sauerstoff bleibt in der kompakten Tragetasche und verschwindet irgendwo auf der Ablage unterm Kopf/zw. den Beinen, Monitor dasselbe. Ist beides manchmal recht wackelig, gibts da andere Lösungen?

Würde mich sehr über Inputs/Tricks freuen, da das scheinbar (nach Meinung einiger Kollegen) der heilige Gral des KT ist :laughing:

Leintuch immer drauf. Kopf und beinseitig nach oben eingeschlagen erleichtert ein mach justieren nach oben/unten und das umlagern enorm. Im kh Austauschen des leintuchs sonst muss es halt nachher unterm Patienten raus… Danach tragenauflage wischdesinfekt ist standard, dauert 2min.
Sonst hab ich auch gern eine einmaldecke drauf liegen, bei kalter Witterung eine zweite unter dem Kopfteil. Wastebag bei Bedarf im Auto. Blaue Plastikauflage nur bei „spezial“ Patienten.
Sauerstoff zwischen die Beine, mit dem unteren Gurt durch den tragegriff der Tasche, das hält so wild fahr ich mit der trage auch nicht wenn der Patient drauf liegt :wink:

Das mit dem Umlagern ist tatsächlich eine Vorteil, wobei ich bei Pat., die wahrscheinlich nicht mehr selbst rüberrutschen können/sollen, immer schnell ein simples Umlagerungstuch drunterlege. Gibts auf den meisten Stationen/Ambulanzen, die wir beliefern, dann ein sauberes zum mitnehmen, und das KH behält vorerst unseres und reinigt es oft noch, damit wir es uns dann nachher abholen können (y)

Wir haben bei uns in Salzburg eigentlich flächendeckend die blauen VAC-Bezüge drauf. Leider nicht sehr Hygienisch, da die meistens den ganzen Tag drauf liegen; mir wäre die Trage ohne Auflage lieber. Auf der Trage lieget außerdem unter dem Fußteil ein weißes Umbetttuch zum Umlagern, unterm Kopfpolster liegt noch ein grünes Einmalleintuch und auf der Trage selbst noch eine der Thermodecken, die sich leider nach dem Waschen nur sehr schwer wieder Trocknen lassen. Sauerstoff ist bei uns im Notfallrucksack, bei Bedarf kann man den herausnehmnen (Klettverschluss). Der landet bei mir meist unterm Kopfteil oder zwischen den Füßen.

Wir haben bei uns eine blaue Tragenauflage über der Liegefläche. Darauf liegt immer ein Leintuch zum Umlagern (bereits so ausgelegt, dass man die Enden nur noch herausziehen muss und fix zum Umlagern in der Hand hält), welches nochmal von einer weiteren blauen Einmalauflage bedeckt wird.
Diese wird tatsächlich immer dann ersetzt, wenn es notwendig ist (Körperflüssigkeiten, Bekleidung, „Zustand/Aussehen“ des Patienten, etc.).
Hier verbrauchen wir durchaus einige Auflagen pro Dienst.
Als Decken gibt es bei uns nur noch Einmaldecken, die auch entsprechend verwendet/weggeworfen werden.
Kopfpolster gibt es kein eigenes mehr außer dem (eher nutzlosen) Standardpolster der Trage - bei Bedarf legen wir mehrere Packungen Einmaldecken als Polster drunter oder improvisieren anderweitig.
Eingeklemmt haben wir bei uns nichts standardmäßig, da es im RTW sowieso griffbereit im Kasten über/bei der Trage ist (wird aber bei Bedarf natürlich an den Patienten gelegt).
Sauerstoff (bei uns auch im Rucksack) geben wir eigentlich immer zwischen die Beine des Patienten, damit der Monitor unter dem Kopfteil Platz hat.

Die Reinigung an sich nimmt dann kaum bis gar keine Zusatzzeit in Anspruch, da wir eigentlich immer zu dritt fahren.
Da macht der Lenker dann „Klarschiff“ im RTW und ist meistens weit vor der Rückkehr des Teams fertig, sodass man quasi sofort wieder EB wäre.

Stryker mit schwarzer Tragenauflage, drüber kommt ein dünnes Einmalleintuch, manche nehmens doppelt, dann ist es fast zu schmal, manche nehmens einfach, dann hat man viel Überhang, welchen man unter die Auflage stopfen muss. Das Leintuch ist zum Umlagern nicht geeignet und reißt bei übermäßiger Belastung.
Zum Umlagern gibts das Bergetuch und unter dem Fußteil der Tragenauflage ein Roll-Brettl. Auf den Patient kommt eine blaue Einmaldecke, welche mit dem Patienten im KH auf seiner KH-Liege bleibt. Im Anschluss wird noch das Einmalleintuch entsorgt und die Tragenauflage wisch-desinfiziert.
Sauerstoff ist im Notfallrucksack und wird sozusagen vom Tragen-Schieber-Sani am Rücken getragen oder eben die Flasche ausgebaut und zwischen die Beine auf die Trage gelegt. Zwischen die Beine des Patienten kommt häufig noch die C3-Patientenbox. Polster gibts keinen separaten, da nimmt man oft die Einmaldecken. Manche Kollegen klemmen sich ein Speibsackl unter den Kopfteil der Trage, da sind bei einer Stryker zwei Streben oder sowas, die genau den passenden Abstand haben.

Blauer Folienüberzug auf der Trage, wird ausnahmslos nach jedem Patienten gewchselt, der Hygiene wegen.
Keine Kopfpölster oder Leintücher, der Hygiene wegen
Standardmäßig keine Sauerstoffflaschen oder sonstiges an der Trage, der Sicherheit wegen.
Ausnahmen dazu gibt es nicht.

Wenn ich da so les, wie das so gehandhabt wird, na da sind wir aber noch weit davon entfernt, über Aufwertungen der Ausbildung zu diskutieren.

Bei der Standard Fahrzeugetrage ja, bei der ITW Trage ist weiteres Equipment (Perfusor, Monitor, o2, etc.) vom Hersteller so vorgesehen;

Doch gerade das ist notwendig, angefangen kann man beispielsweise bei der Hygiene und deren Notwendigkeit.
Beginnen sollte man da allerdings im übrigen am Besten gleich am „Kopf“, denn Führungskräfte und Leitstellenpersonal sollten über den dafür notwendigen Zeitbedarf und Materialbedarf aufgeklärt werden. Dann sollte das Fahrdienstpersonal über die Hygiene intensiv geschult werden und jedes Fahrzeug mit einem entsprechenden Hygiene-Maßnahmenkatalog ausgestattet werden in dem sämtliche Maßnahmen nachgeschlagen werden können.
Das Führungspersonal sollte die Einhaltung der Maßnahmen stichprobenartig auch kontrollieren.

Blauer Plastiküberzug. Ich bin der Meinung das ist ein Einmalprodukt, manche Kollegen tauschen diesen nie aus.
Unter dem Fußteil ein Bergetuch. Unter dem Kopfteil gebe ich nichts hinein da hier der Schnappmechanismus, für den Fall das der Fuß nicht richtig rauskommt, blockiert wird. Da hat es schon einige Unfälle gegeben.

Nicht nur Stichprobenartig sondern im Zuge eines QS-Systems ständig.

Das sind ja durchaus einige Variationen, die da in Verwendung sind, wobei der blaue Plastiksack wohl ein österreichischer Standard ist :smiley: .

Einen großen Unterschied und auch eine Erleichterung für das Personal macht mMn. die vorhandene Infrastruktur im KH. Wenn sie einen fertigen Eimer mit Wischtüchern und einen Schrank voller Einmalleintücher bekomme, putzten die meisten die Trage viel eher, als wenn sie das (spärliche) Material aus dem Auto benutzen müssen (und gerade Bacillol aus der 1l Flasche ist recht mühselig zum Auftragen).

Was den Sauerstoff betrifft, vermisse ich die alten Platten (glaube von Weinmann), die man an der Seite fixieren konnte und die dann Bombenfest waren. Die jetzigen Lösungen mit den Rucksäcken/Taschen sind zwar nicht unpraktisch, aber in diesem Punkt alles andere als durchdacht.

Und was die Hygiene angeht: Es ist in meinen Augen schlicht falsch, die Trage (inkl. Gurte und Haltegriffe für den Pat.) nicht nach jedem Patienten zu desinfizieren. Unabhängig von Aussehen, Geruch oder was auch immer kann es immer vorkommen, dass jemand (auch unwissentlich) etwas mit sich rumschleppt. Ich muss mich um 03:00 früh auch an der Nase nehmen, aber die Bevölkerung kann sich als Minimum erwarten, sich nicht irgendwelche Krankenhauskeime zu holen, wenn sie uns ruft. Und dafür braucht man keinen extra Schulung, da reicht Selbstdisziplin und wenn die nicht vorhanden ist, eine klare Dienstanweisung. Geht mit anderen Sachen auch.

Ich hab eine praktische Frage:
Wenn weder Sauerstoff, noch Monitor oder sonst irgendwas „Tragenfremdes“ auf/an der Trage untergebracht werden sollen…

2 Sanis bei einem Patienten, der sowohl O² braucht, als auch einen Monitor angehängt hat (bspw. 4er Ableitung & O² bzw. RR Überwachung)
Wie stellt man sich das dann vor? Zweites Fahrzeug nachfordern, damit jemand den Monitor halten kann…?
Denn es ist doch so:
Aus Sicherheitsgründen sollen 2 Sanis permanent beide Hände an der Trage haben.
(mal abgesehen davon, dass selbst zu dritt teilweise Stiegenhäuser, Fluchten in Wohnhäusern, etc. so eng sind, dass da ein evtl. Dritter nicht mal nebenher laufen könnte)
Der Sauerstoff ist solange kein Problem, wenn er im Rucksack integriert ist. Sobald das eine extra Tasche ist - was machen?
Der Monitor ist IMMER ein Problem. Wo soll der hin? Den muss ja quasi jemand tragen, der dann die Trage nicht anrühren kann/darf.
Einzige Alternative, die ich sehe, ist ein Abhängen des O² (Tasche)/Monitors, Transport des Pat. ins Auto, Holen des O²/Monitors und dann erst wieder anhängen…

Vielleicht irre ich mich ja bzw. übersehe was.

Das ganze wird ja sogar noch präkerer/schwieriger, wenn es an den sitzenden Transport geht.

Durchgehend überwacht wird bei uns eigentlich nur ein Notfallpatient, und da ist im Regelfall (mehr als 90%) NA+NFS+ 2-3 mal RTW-Besatzung mit dabei. Dann geht sich das sehr gut aus. Bei allem anderen reicht ein Pulsoxi mit eingebautem Monitor, da kann man von Zeit zu Zeit draufschielen. Zudem ist die Trage in Wohnhäusern immer vor der Haustüre geparkt, bis dahin gehts mit Treppenstuhl/Bergetuch/Schaufeltrage.

Der Monitor ist aber manchmal tatsächlich ein massives Problem, unabhängig von der Personalanzahl. Der normale LP15 ist in engen Stiegenhäusern mit Bergetuch ein extreme Behinderung und sehr gefährlich. Besser gefällt mir da der Corpuls 3, da man der Doktor hintenherlaufen kann und das sich Patiententeil im Fußteil des Bergetuches befindet beziehungsweise auf einer Halterung an der Trage.

Bei Einsätzen von ALS-RTWs mit Zweierbesatzung stelllt sich deine Frage aber sehr wohl, da muss man dann wohl ziemlich herumbasteln. Gibt es zum Glück/leider aber bei mir nicht.

In Punkto Hygiene ist da noch sehr viel Luft nach oben.

Einzig bei der MA70 konnte ich beobachten, dass im Krankenhaus die Trage ordentlich gereinigt wird. Inklusive der Gurte. Hier hslt ich Stoffgurte sowieso als schlechte Wahl.
Wie oft werden die bei euch denn getauscht und zum reinigen eingelegt?

Außerdem halt ich auch nichts davon in der Uniform nachhause zu fahren und diese dann dort auch noch zu waschen.

Leintuch auf trage, wird immer gewechselt, dann trage mit microbac tissues desinfizieren, auflagefläche, griffe, gurte usw.
Wolldecken die man wechselt bei notwendigkeit
krankenhaus tauscht seit kurzem keine leintücher mehr

wolldecken sind das aller schlechteste!

Was hast du gegen Leintücher? Bist du allgemein dagegen oder nur wenns tagelang auf der Trage liegen und evtl. nach achten Transport gewechselt werden?

Da hab ich wohl was missverstanden, ich dachte wir reden davon, dieses Equipment während der Fahrt im Fahrzeug an der Trage zu belassen. Auch schon oft genug gesehen.
Es ist nicht praktikabel. Es würde nach jedem Transport gewechselt gehören, das macht bei stoffleintüchern leider niemand, weil wirklich viel Wäsche anfällt.

(http://ems.stryker.de/produkte/fahrtragen/m-1-roll-in-system)]

Irgendwie symptomatisch für den RD in .at oder?
Ich schaffe ein neues Produkt an, aber dann kann ich sinnvolles Zubehör nicht mehr stemmen. Auf der Homepage (Stollenwerk, Ferno, … haben auch ähnliches) - Zubehör gibt es alles um das Equipment sicher unterzubringen.

Früher hamma das auch nicht gebraucht!/Waaast was das kostet?/usw.

Erfreulich zu hören, dass wir dieses Bild vermitteln können. Sollte gemäß unserer Hygienerichtlinien nämlich so sein, bin mir allerdings sehr sicher, dass es leider auch bei uns noch nicht jeder so genau nimmt wie er/sie sollte.