Wieder einmal...

Quelle: rettungsdienst.de

Interessantes mildes Strafausmaß, oder?

Der Schaden beträgt doch nur 2.000 Euro, auf das bezieht sich das Urteil, auf nicht mehr und nicht weniger.

wenn jemand jahrelang unrechts als notarzt fährt, wie kann der schaden nur 2000 euro sein? bei uns bekommt ein NA pro dienst 1200 Euro, also ist man schnell bei 2000

Ganze Story lesen - die 2000 Euro waren Honorar für Motorradrennen, der Rest war Vertretung für seine Freundin am Wochenende.

ich wei weiß nicht wo du das rausliest? für mich steht da lediglich, dass er bei motorradrennen (plural) war und vertretungen gemacht hat, inklusive Totenscheine ausgestellt hat.

ich weiß nicht wo du liest, dass die 2000 nur für die motorradrennen waren…

egal, das strafmaß ist aber für das ganze vergehen wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges… und da wird auch mit den vertretungen mehr als 2000 euro schaden entstanden sein…

wenn du dich auf den letzen satz beziehst,

dann glaube ich gehen diese ermittlungen dann eher gegen körperverletzung und den Schadenersatz, und dass sich das nicht auf die Trennung zwischen Bereitschaftsdienst und Motorradrennen bezieht…

oder hast du da noch eine andere quelle dazu, dann allerdings bitte nicht präpotent „ganze story lesen“ dazuschreiben, falls du dich auf ein anderes dokument beziehst

Es tut mir leid, das Posting war nicht böse gemeint. Ich habs nur schnell hingefetzt vorm Wegrennen und es war verkürzt dargestellt. Das „ganze Story“ war auf mehre Artikel dazu bezogen, der auf rettungsdienst.de ist eine relativ kurze Zusammenfassung.

Aus anderen Quellen konnte man entnehmen, dass der gesamte beweisbare wirtschaftliche Schaden „nur“ 2.000,-- Euro betragen hatte - insofern das milde Urteil.

Ob es überhaupt zu weiteren Verfahren kommt, wird sehr spannend werden. Am letzten ÖGERN-Symposium ging es unter anderem um die Relevanz des Strafrechtes für die Notfallmedizin. Da war das Fazit: so lange es keinen nachweisbaren Schaden gibt, der kausal mit der Tat zusammenhängt, gibt es kaum eine strafrechtliche Handhabe.

Beispiel: Patient ist nicht angeschnallt, fällt von der Trage, bricht sich die Hand → eindeutiger kausaler Zusammenhang → wird wohl zu einer Verurteilung kommen.
Beispiel 2: Patient mit Atem-Kreilsauf-Stillstand wird vom RTW-Team nicht leitlinienkonform reanimiert, es passieren ganz grobe Fehler, z.B. wird die Herzdruckmassage unterlassen oder der Defi nicht aus dem Auto mitgenommen → NA trifft ein → leitlinienkonforme Reanimation → Patient stirbt. Hier einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Fehler des RTW-Teams und dem Tod des Patienten zu beweisen ist nicht möglich. Daher wird es hier nicht zu einer strafrechtlichen Verurteilung kommen können.

Das hatte ich alles bei meinem Posting im Hinterkopf, ohne es hingeschrieben zu haben - sorry!

Aus diesem Grund bin ich sehr gespannt, ob irgendwas rauskommt - so lange kein konkreter Schaden, der unmittelbar und beweisbar durch eine falsche/unterlassene Behandlung entstanden ist, beweisbar ist, kann es kaum zu einer Verurteilung kommen.

Aber es kann doch wohl - abgesehen von einem tatsächlich eingetretenen und in einen kausalen Zusammenhang zu bringenden Schaden - nicht legal sein, sich ungestraft als Arzt auszugeben und dann auch noch konkrete, Ärzten vorbehaltene Tätigkeiten durchzuführen, oder? :open_mouth:

Jup, ist dann Kurpfuscherei. Ist aber nicht wirklich streng bestraft…

Kurpfuscherei bezieht sich aber nur auf gewerbsmäßige Ausübung… Also einfach so zum Spaß Arzt spielen ist nicht wirklich streng bestraft, solang man niemanden nachweisbar schädigt… :open_mouth:

Ja klar.

Wenn man es gratis macht wird meines Wissens in der Regel die eigenmächtige Heilbehandlung angewendet (§ 110 StGB). Und zwsr deswegen, weil sich die Zustimmung des Patienten auf eine echten Arzt bezieht, somit fällt die Einwilligung weg wenns es sich nicht um einen Arzt handelt.

Kommt es zu Patientenschäden ist ganz normal Körperverletzung etc anzuwenden. Je nach subjektiven Kenntnissen evetuell sogar Mord, weil ein völlig unfähiger Fake-Arzt es ernstlich für Möglich halten muss, dass der Patient stirbt. Braucht natürlich einen Fall, wo der Patient klar überlebt hätte, wenn ein echter Arzt ihn behandelt hätte. Bei Reanimationen wird man das nie mit der für Gerichte notwendigen Sicherheit beweisen können…