Studie von. Prof. Prause 2017 bzgl. Notfallrettung

Gefunden … eine Studie aus dem Jahr 2017 von Graz…

Entlasten besser ausgebildete Sanitäter die Notfallrettung?
Ein Städtevergleich (Graz vs. Wiener Neustadt) von Gerhard Prause.

Die Studie finden sie hier: doi.org/b7tn
Video dazu: youtube.com/watch?time_cont … uLpvDwRFfI

Mich würde zu Graz mal interessieren wie da grob die Ausrückordnung bei z.B. laufender Rea/Polytrauma.

Wird da RTW+NEF oder Jumbo+NEF alarmiert?

Das Video ist doch schon alt. Die Studie ist von 2016. Dennoch brandaktuell.

achso … kannte ich bislang noch nicht … danke :slight_smile:

Bei NA-Einsätzen wird immer der Jumbo (sofern frei) alarmiert.
RTW (aber auch BKTW) werden als „First Responder“ bei NA sowie reinen Jumbo Einsätzen zusätzlich alarmiert, wenn sie näher stehen. Ist oft super, wenn der Einsatz weniger schlimm als gedacht ist und der RTW den Patienten allein mitnehmen kann und die höherwertigen Mittel wieder frei sind. Wenns wirklich um was geht (REA etc) ists natürlich super, wenn gleich Mal jemand gescheit drückt etc.

wie ist dass eigentlich mitt dem mediziner-corps sind das alle ehrenamtliche?

Ja, alles. Es gibt zwar immer einen unter der Woche, der für 6 Monate hauptberuflich ist, dass ist aber eher wie ein Ferialjob zu sehen.

Ebenso sind alle Helfer und die Fahrer in den freiwilligen Gruppen ehrenamtlich, nur unter der Woche fahren Hauptamtliche.

also wenn ich mir das so anschaue das es immer weniger Notärzte gibt dann wird auch das Medizinercorps immer weniger und damit werden die Einsätze für den na in Graz auch steigen.

Kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen, das MC Corps besteht ja aus Med Studenten.

Prinzipiell muss man dem Herren recht geben. Aber wirklich aussagekräftig wäre diese Studie erst wenn man untersuchen würde, ob die hohe Ausbildung der Medizinercorps notwendig ist, oder die NKIs der Wiener Rettung diese Arbeit gleich gut erledigen. Dadurch könnte man herausfinden, ob diese hohe Ausbildung der Rettungsmediziner notwendig ist. Vielleicht kommt man aber auch zum Schluss, das unser jetziges System den Anforderungen gerecht wird - wenn man es endlich österreichweit umsetzten würde. Einige Adaptierungen (wie zum Beispiel Regelkompetenzen) außen vorgelassen.

@Iceman: An den Ausbildungsstätten stehen sicherlich genug Mediziner zur Verfügung…

In Wien machen wir natürlich ziemlich das selbe. Die können nur so besonders tun, weil der Vergleichswert 2 RS auf einem (ned amal gscheiten) KTW sind. Bis vor kurzem hatten die ned amal BZ-Messgeräte am „RTW“…

interessant ist auch, dass (lt abstract, war für den fulltext zu faul) der tatsächliche unterschied darin besteht, dass in graz die „Kleinigkeiten“ (venöse zugänge etc) durch Notärzte seltener sind, nicht die „größeren“ wie Intubationen.

das heißt also auch nicht unbedingt, dass man rettungsmediziner braucht, sondern eher nkv-regelkompetenz oder so.

aber die studienautoren nennen es zu recht einfach ein „dreistuftiges System“, ein solches ist tatsächlich möglicherweise gescheit. wie konkret die beiden „unteren“ stufen ausschauen sollen, muss man sich halt anschauen

Nunja wenn wir das so zusammenfassen ohne die ganze Studie zu lesen dann hat Graz ktw und RTW (also Jumbo) mit nef. Dementsprechend wird Personal und Material eingesetzt. Gut so aber kein Unding das gibt es auch anderswo in Österreich…

Wieso ist das System rs, nfs und na ein 2 Stufen System und das System, rs, nfs, nfs-nki (medizinercorps) und na dann auf einmal 3 stufig?

Wenn wäre das erste 3 und das andere 4 stufig wobei das Mediziner Corps ja „nur“ nfs sind mit notfallkompetänz und die dürfen nicht mehr oder weniger als alle anderen nfs mit der selben Stufe in Österreich.

Das stimmt nicht ganz. Die Arzneimittelliste ist individuell und dementsprechend unfangreicher.

Vl im Verhältnis zur ÖRK Liste, aber mit der 4fW (bisschen weniger umfangreich) oder der ASB StP (imho weitgehend gleich) Liste muss man sich ned verstecken.

Der Rettungsmediziner wird halt vom Wissen her dem normalen NFS überlegen sein und sich womöglich mehr zutrauen, da er ~ 5 Jahre Medizinstudium hinter sich hat.

Umfangreich? Naja… so viel mehr wie in Wien ist es ja nun wieder auch nicht: Flumanzenil, Cortison, Furosemid, Atropin, inhalative Adrenalingabe, ein Antiemektikum - naja all das könnte man nach entsprechender Einschulung jedem NKV auch freigeben.
Das einzige was wirklich bedeutend mehr ist, ist die Analgosedierung mit KetanestS/Midazolam. Rein theoretisch könnte man es jedem NKI ebenfalls freigeben, aber hier scheitert es eben genau genommen an den rechtlichen Rahmenbedingungen - auf die in Graz eben gepfiffen wird. 1. Es gibt rechtlich gesehen keine Arzneimittelliste 2a/3/NKI/wasauchimmer, was in der Arzneimittelliste 2 steht ist ab NKA/V freigegeben. Für eine Analgosedierung muss der Anwender jedoch mit der möglichen Komplikation einer Ateminsuffizienz - welche in weiterer Folge eine Intubation und Beatmung notwendig machen kann umgehen können. 2. Die Notkompetenz Intubation sieht eine Intubation jedoch ausdrücklich nur OHNE Prämedikation vor.

Wenn der Patient wegen einer Schmerzmedikation unerwartet/unabsichtlich ateminsuffizient wird und intubiert wird, dann ist es ja keine Prämedikation. :wink:

Im Übrigen ist es wohl gscheiter, zum Anexate zu greifen, statt zum Tubus.

Zum Ketamin existiert kein Antidot, Flumanzenil hebt nur die Wirkung des Midazolam auf. Das klingt eher unfreundlich - denn dann gibt es in jedem Falle Halluzinationen.
Außerdem erfolgte die Analgosedierung ja wegen starker Schmerzen - Ziel kann es ja nicht sein, dass der Patient dann wieder Schmerzen hat.
Angeblich gibt es bereits ein Rechtsgutachten, welches besagt, dass gemäß des SanG eine Intubation im Rahmen einer durch den Sanitäter absichtlich oder unabsichtlich herbeigeführten Narkose nicht zulässig ist.