SanG Reform

Für mich ganz klar: „Mehr klinische Praxis“. Die Leute müssen unter kontrollierten Bedinungen sehen wie ein kritischer Patient ausschaut, wie die Therapie geht und was dann weiter passiert.

Das mit der „dreijährigen“ Ausbildung in DE ist auch mehr Augenauswischerei, weil, soweit ich weiß, ein komplettes Jahr nur „Praxis“ ist. Also als dritter mitfahren am RTW… Bleiben defacto noch 2 Jahre tatsächliche Ausbildung übrig.

Ich bin der Überzeugung, dass ein NKI mit seinem mehrjährigen Weg dorthin auf dem gleichen Niveau ist. Mit ePALS, ALS und PHTLS Kursen dürfte kein relevanter Unterschied mehr übrig bleiben.

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Wie gesagt, die Probleme der geburtenschwachen Jahrgänge mit den anstehenden Pensionierungen haben wir in der ganzen Gesellschaft. Das werden wir durch mehr Ausbildung nicht lösen.

Wenn ich die mir bekannten SOPs in DE so mit Wien und NÖ vergleiche, dann ist da nicht so viel unterschied. Jetzt könnte man sagen, seits alle von Sinnen im Alpenland mit den paar Stunden? Oder vielleicht braucht es doch nicht so viel mehr, zumindest sehe ich da keine +2Jahre drinnen.

Weil du zb die VT ansprichst, die darf ein NFS in Berlin auch nur bei GCS unter 5 und keinen peripheren Puls kardiovertieren. Für die Analgosedierung muss er sich wieder ein NEF holen. In RLP ist die Grenze bei einem GCS von 9 (+ instabilitäszeichen nach ERC), tlw wieder mit Telenotarzt oder NA vor Ort. In Bayern bewusstlos plus Instabil, usw, usw. Kardiovertieren ist im SanG so eine Sache (steht halt nicht drinnen), das meinte ich u.a. mit Konkretisieren.

Die medizinischen Handlungsempfehlungen sind in DE ganz oft online zu finden (zb Berlin, RLP, Bayern, usw). Da könnte man einfach mal ein Delta mit den fortschrittlichen Bundesländern in AT machen und sich ansehen, was davon wäre ein Muss und was braucht es dafür. Viel ist es nicht mehr vom NKI weg gerechnet…der Rest ist Praxis, Praxis, Praxis und die bekomme ich nicht durch Stunden zählen, insbesondere am Land. Das Problem hat DE auch.

Also mit mehr klinischer Praxis auf einer NFA und zb TNA flächendeckend wären wir da auch gut dabei.

Man muss sich trotzdem eingestehen dass wir in Österreich halt ein Notarzt gestütztes System haben. Die Versorgung von kritischen Notfallpatienten übernimmt bei uns der Notarzt. Als Zwischenstufe hat das Sangesetz den NFS NKI vorgesehen. Die Notkompetenzen und Arzneimittellisten sind doch eh schon sehr umfangreich bei uns und sollten großteils reichen um die Zeit bis zum Eintreffen des NA zu überbrücken. Was halt fehlt sind mmn. Pacing, Kardioversion, Entlastungspunktion und einige Medikamente. Die Ausbildung darf natürlich gerne länger sein, aber dann bitte mit einem weit höheren Anteil an innerklinischer Praxis. Ich sag mal jetzt einfach so einen Wetr von +500 Stunden. 300 Stunden davon aber innerklinisch inklusive Stationen wie Kreissaal, Pädiatrie, ICU und IMCU und ein Pflegepraktikum.

Genau. Und dann aber bitte einen RICHTIGEN Notarzt und keinen HA.
Aber bei uns versorgt der NA halt aktuell auch unkritische Patienten, weil die Sanis nicht dürfen / können und da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Das gehört abgestellt.

Ein RTW sollte mMn. 90% der Einsätze die wir so fahren eigenständig korrekt abhandeln können (evtl. mit Tele-NA). Und für den Rest bitte einen qualifizierten NA.

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Wie gesagt, die Probleme der geburtenschwachen Jahrgänge mit den anstehenden Pensionierungen haben wir in der ganzen Gesellschaft. Das werden wir durch mehr Ausbildung nicht lösen.

Mit nur mehr Ausbildung werden wir das nicht lösen, aber mehr Ausbildung eröffnet mehr Möglichkeiten um das System präklinisch mit innovativen Lösungen zu entlasten weil mehr Handlungsspielraum. Ob es jetzt irgendwelche Single Responder Lösungen sind oder ob man da seitens der Dispo an ein paar Schrauben dreht (siehe UK, die machen aus wenig Resourcen das beste). Und andererseits steigert die Ausbildung und der Handlungsspielraum meiner Meinung nach die Attraktivität des Berufsbildes, was wiederum die Zahl der Einsteiger und die Bleibedauer erhöht weil man dem Frust etwas entgegewirkt.

Wenn ich die mir bekannten SOPs in DE so mit Wien und NÖ vergleiche, dann ist da nicht so viel unterschied.

Wenn wir fortschrittliche SOPs in Ö für den Vergleich heranziehen dann bitte auch in D. Da bietet sich der Main Kinzig Kreis an. Esketamin, Morphin, Fentanyl zur Schmerztherapie ohne NA Indikation. Push-Dose-Pressors im Schock, Kardioversion bei GCS <= 10 und hämodynamischer Instabilität, …

Meiner Meinung nach ist es schon schwierig die Aktuellen Maßnahmen die Ein NFS-NKI setzen darf mit der derzeitigen Ausbildung zu rechtfertigen. Wenn ich mir anschau wer bei uns alles als NKV rumläuft, dann überleg ich mir zwei mal ob ich 144 anruf. Und da stimm ich vielen hier zu, da sollte einiges an Klinik-Praktikum dabei sein.

Lange mussten wir darauf warten, nun ist sie endlich da:
Die Evaluierung des SanG durch die GöG
https://goeg.at/publikationen
an 16. Stelle, konnte leider keinen direktenen Link finden.

Enjoy :wink:

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Haha… ich hab’ den Einduck die haben einfach nur die Diskussionen hier im sanforum in berichtsform überführt :joy:

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Schön, mal etwas belastbarere Zahlen aus den Bundesländern zu sehen.
Ich hätte die aktiven NKI unter 1% vermutet. Wobei NÖ in den letzten Monaten den Schnitt vmtl. etwas gehoben hat.

@eklass
Hast du eine Auswertung über die Ausbildungsgraden der Mitglieder hier im Forum laut deren Profilangaben?
Würd mich grad’ intressieren ob das Forum eher zu höheren Ausbildungsgraden hin verschoben ist.

Da sieht man eigentlich, wohin die Reise hinführen muss. Diskussionen um ein „Diplom“ sind von vorgestern. Eine Akademisierung ist der aktuelle Weg, zumindest WENN man tatsächlich eine Professionalisierung des Systems anstrebt!

Ja, ist eh gut und nett. Muss ein guter Notfallsanitäter wissenschatlich arbeiten? Ganz klar: NEIN.

Soll es solche Ausbildungsmöglichkeiten trotzdem geben: JA

In der Diskussion wird einfach immer vergessen, welche Maßnahmen die Kompetenzen des Beifahrers im RTW stärken, und nicht was in so einer Tabelle das Maß der Dinge ist. Es braucht sicher akademische NFS, wenn man den Rettungsdienst professionell weiterentwickeln will. Das sind einfach zwei verschiedene Dinge, und primär wird sich die Versorgung verbessern wenn die breite Masse der Notfallsanitäter:innen eine zugängliche gute Ausbildung bekommen.

Die Flut an Bachelorstudien, die mittlerweile nicht mehr annähernd echtes Bachelorniveau haben, wird ohnehin immer mehr. Da tun wir uns nichts gutes etwas irgendwie zu akademisieren, das hilft der Wissenschaft nicht und auch nicht der breiten Masse. First things first… meine Meinung. Schaut euch die Anzahl an NFS aktuell an. Wo sollen wir ein paar tausend Bachelorstudienplätze herzaubern? Das ist doch utopisch!

Kann funktionieren wenn man es mit einer bezahlten Ausbildung und einer Jobgarantie macht, wie es es in manchen Bundesländern im Bereich der Pflege gibt. Wann man das heute in allen Bundesländern startet hat man wahrscheinlich in ein paar Jahren genug dipl. nFS um zumindest ein Single Responder System oder einen RTW+ pro Bezirk zu betreiben.

Du hast es selbst so schön weiter oben bereits formuliert… diesen Part übernimmt der Notarzt in Ö…

Eine sehr interessante und informative Publikation.
Sehr wichtig, dass wir endlich eine solche Statistik über den Rettungsdienst in Österreich haben.

Leider oder jedoch, nichts neues.
Es ist eine Zusammenfassung der diversesten Positionspapiere der Fachgesellschaften, mit einer statistischen Erhebung im Hintergrund.

Ich seh das ähnlich. Braucht es eine Aufwertung - Ja unbedingt. Müssen das aber zwingend 3 Jahre bsc. oder Dipl. sein - definitiv nicht für jeden.

2 Jahre fürn NFS (inkl nka,nkv) denk ich mir reichen da aus. Ein etwas längeres KH Praktikum, paar mehr Stunden in Theorie und Praxis, dann noch endlich die aktuell fehlende Selbsstudienzeit mit einrechnen und eventuell mehrere (staatliche) Modulprüfungen und schon sind die 2(+) Jahre wunderbar gefüllt. - denn der durchschnittliche NFS muss, wie vorher schon erwähnt, nicht wissenschaftlich arbeiten können.

Wer dann trotzdem gerne den tertiären Weg einschlagen möchte könnte dies zb an einer FH nach den 2 Jahren NFS Ausbildung tun und hier Fähigkeiten erlangen wie wissenschaftliches arbeiten, nki, Gemeinde nfs, what ever…

Und ich denke es wird auch so etwas in die Richtung werden denn es lässt sich deutlich leichter Umsätzen als tausende Plätze auf FHs zu (er)finden. Das es die Möglichkeit einer tertiären Ausbildung geben muss steht ausser Frage - nur ob diese wirklich jeder braucht meiner Meinung nach schon.

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ja das ist nett, aber es wurde jeweils die höchste mögliche Ausbildung angeführt, aber nicht die tatsächlich eingesetzte Ausbildung bspw. Italien - da ist standardmäßig am RTW eine 150h Kraft. Die 3-jährige Kraft kommt mit dem NAW/NEF/NAH. Das ist alle nicht sauber ausgearbeitet …

Der Rest ist eine Zusammenfassung aus diversen Forderungen von BVRD usw…

Was das Studium in der Pflege angerichtet hat wissen wir - ich denke man sollte eher Richtung Lehrberuf denken (wenn man das so will).

DE kommt auch weit nicht auf die Stunden - da sind sämtliche Praktika eingerechnet - bei uns gab auch mal die Vorgabe, dass man den NFS ab 5 Jahre RS machen kann. Wurde leider auf 2 Jahre heruntergesetzt … Dann kommt man auch auf die Stunden :wink:

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Das wurde aber auch angeführt:

ja das wurde angeführt, aber wenn ich was publiziere dann arbeite ich das auch ordentlich aus :wink: Die Zusammenfassung hätte auch ein HTLer als Projektarbeit machen können :wink:

Ausser, das man jetzt genaue Zahlen zum Ausbildungsstand kennt, hat das Papier keinen Mehrwert oder eine neue Erkenntnis …

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Ja. Ist mir auch ein Rätsel was bei der Evaluierung so lange gedauert haben soll.

Rein aus Interesse, was hat denn leicht das Studium in der Pflege angerichtet?

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