PHTLS - Kurs

wer hat denn den PHTLS Kurs schon gemacht?
Wie fandet ihr den Kurs?
Wie ist der Abschluss Test so?

:slight_smile:

Hab bisher nur gutes gehört, deswegen steht der Kurs auch recht weit oben auf meiner „would be nice“ Liste :wink:

Mehr kann ich auch ned sagen ^^

Ich kann dir nur vom ITLS berichten, aber es is eh alles das gleiche:
6 Wochen vor Kursbeginn kriegst du ein Buch mit Multiple Choice Test zugeschickt, du liest das Buch und versuchst den Test so gut als möglich zu beantworten.
Den Test gibst du am ersten Kurstag ab, der wird im Laufe des Tages ausgewertet.
Dann abwechselnd Vorträge/ praktische Übungen.
Geprüft wird dann am Ende vom zweiten Tag ein Traumabsp. + wieder ein Multiple Choice Test.

Is keine große Hexerei, wenn man das Buch wirklich liest und lernt
Kann man nur empfehlen den Kurs, das Verhältnis Instructor/ Teilnehmer is super (ich glaub 3:1) und die Instructor selber sind alles erfahrene Notfallmediziner/ Lehrsanitäter

Ich empfehle neuen Notärzten den PHTLS, Sanis aber viel dringender den AMLS-Kurs…

Wir versorgen viel häufiger kranke Patienten, haben da aber viel weniger Ausbildung - von Trauma verstehen wir als Sanis ziemlich viel. Deshalb finde ich AMLS als Sani viel „notwendiger“ als PHTLS. Aber PHTLS ist auf jeden Fall ein guter Kurs und empfehlenswert.

ah okay… den PHTLS hab ich jetzt… bin scho gespannt… mich hat generell interessiert was ihr so davon haltet und wie der abschluss test ist :wink:

amls wäre auch iwann geplant

Ein paar Fragen die mich schon länger beschäftigt:
Machen diese Kursformate (PHTLS, ATLS, AMLS, etc) auch für Normalfallsanitäter (RS) sinn?
Kann ich dabei was lernen, dass ich mit meinen (leider sehr eingeschränkten) Kompetenzen anwenden kann?
Wie komme ich zu solchen Kursen, wer zahlt sie?

Lernen wirst du viel, anwenden wohl auch - ich gehe davon aus du wirst in der Notfallrettung eingesetzt - das sind jetzt aber eher einsatztaktik und (gerade bei AMLS und EMPACT) differenzialdiagnostisches Vorgehen.

Wer sie zahlt hängt von deiner Organisation ab. Manche fördern voll andere garnicht

In vielen Teilen Österreichs ist der RS nicht mehr der Normalfallsanitäter in der Notfallrettung. Möchte ich an dieser Stelle nur sagen. Es gibt Bezirksstellen in NÖ, die haben fast 40 % NFS-Anteil.

Meine Meinung: PHTLS, AMLS und Co. haben für einen Rettungssanitäter keinen Sinn. Ich halte nichts davon, individuell Wissen und Kompetenzen auf ein anderes Niveau zu heben, ohne die formale Kompetenz nachzuziehen.

Sprich: natürlich bringt’s was, wenn du PHTLS, AMLS etc. anwenden kannst, deine Patienten werden davon profitieren. Aber dann machst du schlicht und ergreifend NFS-Arbeit…

In Vorarlberg sind Kurse wie ERC-ALS/PHTLS/AMLS gar nicht für RS freigegeben, erst ab NFS.

Wir werden als „Lückenfüller“ (Wenn zuwenige zahlende Externe sich für einen Kurs angemeldet haben) für diese Kurse verwendet und bekommen die Kurse dann auch bezahlt.

wie ist das eigentlich mit der Finanzierung dieser Kurse (PHTLS, AMLS, etc)? Gibt es Bezirksstellen die da was dazu zahlen? Kann ich das als Ehrenamtlicher steuerlich geltend machen?

Die JUH zahlt (nach Freigabe, idr aber schon - glaube aber nur am NFS) von allen Kursen die Hälfte. Dh PHTLS und Co um 250€ - das find ich auch ok und bin bereit es selbst zu bezahlen.

jap immer mehr dienststellen finanzieren dazu oder übernehmen ganz.

steuerlich absetzen ja, aba eher nur wenn auch beruflich was damit zu tun hast. anderwertig weiss ichs nicht

Viele Dienststellen zahlen es für Lehrpersonal. Finde ich auch das wirtschaftlich Vernünftigste…

Ein Provider ist trotzdem kein Instructor.

Gesendet von meinem SM-G920F mit Tapatalk

Is wer instructor? Was lernt man da noch? Eher pädagogisch oder tiefer in der materie?

Da bei uns der anteil an NFS leider unter 5% liegt (und die fast alle am NEF zu finden sind) Frage ich mich wer sonst soll die Arbeit machen, wenn nicht der RS
→ natürlich nicht optimal aber besser als nur das absolute Minimum („Trauma-Drillinge“).

Dazu original von der österreichischen PHTLS Hompage Sektion Kursprogramme:

Ich würde mal sagen, dass für jeden, der aktiv in der Notfallrettung tätig ist - vom FR über den RS bis zum NA, ist Fortbildung am Traumasektor kein Fehler. Da momentan in Österreich ja nicht überall gewährleistet ist, dass in jedem RTW ein Alle-Kompetenzen umfassender NFS sitzt (jaja…wien ist anders, da wahrscheinlich schon… :laughing: ) machts durchaus Sinn solche Konzepte auch dem engagierten RS zu empfehlen…(der vielleicht sowieso bald NFS wird) Das Konzept ist ja sehr einfach gehalten und es werden ja auch keine Staats Geheimnisse vermittelt.

PHTLS würde ich auf jeden Fall auch für RS empfehlen, kritische Trauma hat man zwar nicht oft - umso wichtiger ist es ordentlich den Umgang damit zu trainieren und im besonderen durch Beachtung der Unfallkinematik und dem gezielten Augenmerk auf Anzeichen des kritischen Patienten zu achten.

AMLS würde ich ab NFS empfehlen, da es hier doch einiges an Vorkenntnissen erwartet wird.

ERC-ALS würde ich ab NKV empfehlen, denn hier wird doch viel im Bezug auf Medikamente und entsprechende Therapien gefragt, auch wenn man vieles als Sanitäter zwar im Alltag nicht darf ist es im Bezug auf das Verständnis und den persönlichen Benefit meines Erachtens sinnvoller das NKA/NKV Wissen in der Tasche zu haben.
Wer vor hat den NKV nicht zu machen, sondern RS/NFS zu machen, sollte eventuell auf den ERC-ILS (Intermediate Life Support) zurückgreifen. - Hier wird die hochwertig Versorgung des kritisch Kranken Patienten durch ersteintreffendes professionelles Personal trainiert (z.B. RS/NFS, Pflege+Ärztliches Personal auf Normalstationen, etc.), welches die Versorgung bis zum Eintreffen des ALS-Teams (Notarzt-Team, ärztliches und Pflegepersonal auf Intensivstationen/OP, Herzalarm/Notfallteam, Notaufnahme) übernimmt.

Feedback:

Kurs ist empfehlenswert. Viele neue Inputs, einige Vorträge vor allem aber viel Praxis.
Allgemein gesehen ist es komplett weg von der jeweiligen HiOrg Lehrmeinung, also auch auf Maßnahmen bedacht die man in Österreich teils ohne Arzt nicht machen kann, aber es bringt viel fürs Verständniss.

Hauptskills ist die „Drillung“ auf S - S - S Schema; Primary und Secondary Survey (inkl. dort enthaltenen ABCDE Schema, dem Cut Kritisch oder Nicht Kritischer Patient, der Behandlung und dem SAMPLE

Sowie der Unfallmechanik, daraus evtl. resultierenden Verletzungen etc.

Kurz gesagt: Beckenimobilisation nach neuem KISS Schema mit Intervention mittels Beckengrund allein bei Vermutung von Beckentrauma

Und ganz wichtig: Trotz ABCDE, SAMPLE Schema, trotzdem nicht den Hausverstand ausschalten