Notarztteam am LKH Steyr hat geschlossen d. Dienst quittiert

[size=150]Notarztteam am LKH Steyr hat geschlossen den Dienst quittiert[/size]
STEYR. Drei Spitalsärzte, die Blaulichteinsätze fuhren, kündigten bei der Gespag, der Rest der Mannschaft hört ebenfalls auf. Das Ärzte-Arbeitszeitgesetz soll Grund für diesen Schritt sein.

[size=85]Notarztteam am Steyrer Krankenhaus hat geschlossen den Dienst quittiert Bild: VOLKER WEIHBOLD[/size]

Vergangenes Jahr feierte das Notarztteam des LKH Steyr seinen 25-jährigen Bestand. Jetzt brach die eingespielte Truppe auseinander. Alle acht Notfallmediziner hängen ihren Dienst an den Nagel. Drei von ihnen, darunter auch die Leiterin Sieglinde Lechner-Fuiko, haben beim Spitalserhalter Gespag überhaupt gekündigt und verlassen das Landeskrankenhaus, der Rest des Teams lässt sich versetzen.

Die ärztliche Direktorin des Spitales, Primaria Gabriele Baumann, sieht für den Abschied einzig „Gründe der beruflichen Lebensplanung“. Die ärztlichen Kollegen der Notfallaufnahme, die auch mit dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) des Roten Kreuzes fuhren, hätten sich eben beruflich verändern wollen.

Für die Betroffenen ist der Beweggrund mehr als Privatsache: Weil die Spitäler das Arbeitszeitsgesetz der Ärzte einhalten müssen, würden sich die Fahrten mit dem NEF außer Haus aufhören. Für das Rote Kreuz könne man bald nur noch in der Freizeit in einem überregionalen Pool für Notärzte tätig sein. „Das ist nicht mehr der Einsatz wie jetzt, wo jeder Handgriff untereinander eingespielt ist“, sagt einer der Betroffenen. Wenn man sich nur noch freiberuflich und nicht mehr in der Arbeit als Spitalsarzt beim Roten Kreuz betätigen darf, dann würden Notfallmediziner erst recht wieder unzumutbare Dienstzeiten ansammeln. Natürlich werde es bei der Neuregelung zu Qualitätseinbußen kommen, sagte einer aus dem achtköpfigen Team: „Da machen wir nicht mehr mit“.

Baumann hält alle Ängste für unbegründet, die nun eine Verschlechterung der notfallmedizinischen Versorgung des Einzugsgebietes von 120.000 Menschen voraussagen: „Wir haben in anderen Abteilungen genug Ärzte, die die Notfallmedizinerdiplome haben.“ Die Versorgung rund um die Uhr sei „vorerst, bis eine politische Entscheidung“ kommt, über den Dienstplan im Spital garantiert.

Die „politische Entscheidung“, von der Baumann spricht, strebt Landeshauptmann Josef Pühringer an: „Wir werden eine Lösung finden, die die Notarztdienste mit dem Arbeitszeitsgesetz der Ärzte in Einklang bringt. Dazu wird derzeit mit dem Bund verhandelt.“ Die Neugestaltung solle mit Sicherheit keine Verschlechterung bringen, beteuerte Pühringer.

Es ist ein Thema über die Ländergrenzen hinweg: In Waidhofen war kürzlich ein ganzes Wochenende über kein Notarzt mehr verfügbar - nachrichten.at berichtete. In die Lücke sprangen Notfallsanitäter des Roten Kreuzes.
Hannes Fehringer 17. August 2015 - 21:01 Uhr
Quelle: OÖN - nachrichten.at

Also wenn man langjährige Notärzte, die bisher in der ausfahrtsfreien Zeit in der Notaufnahme mitgeholfen haben, plötzlich Vollzeit in die Notaufnahme setzen würde, dabei gleichzeitig sämtliche Notarztdienste an Externe zu deutlich besseren Konditionen vergibt, dann würde ich mich nicht wundern wenn manche Kollegen einen Anlass zur „beruflichen Veränderung“ sehen …

:unamused: