NFS Kurs?

Hallo,

wollte mal von eurer Erfahrung gebrauch machen und mal nachfragen ob es Sinn macht, nach den 160 Mindeststunden im RD
schon den NFS Kurs zu besuchen.

Habe von vielen Seiten schon gehört das aus diese sogenannten ‚‚Speedsanis‘‘ dann eh nix brauchbares wird aber auf der anderen Seite wiederum, dass der RS Kurs ja nur ein Basismodul ist und man so schnell wie möglich den NFS Kurs machen soll wenn man sich wirklich dafür interessiert.

Vielleicht hat jemand von euch ja hier Erfahrungen damit bzw. ist sogar selbst Lehrsanitäter und kann mal seine Meinung dazu sagen.

Würde mich wirklich sehr interessieren! :slight_smile:

Einen schönen Sonntag an alle!

Prinzipiell schadet Erfahrung nie, ich würd mir da schon noch a bissl Zeit lassen. Außerdem wo kann man so schnell nach dem RS den NFS machen :astonished: bei uns sinds 5 Jahre als RS bis man überhaupt den Aufnahmetest machen darf.

kommt drauf an was du gemacht hast.

diese speedzivis/sanis die nach 392038572 KTW fahrten glauben jetzt voll mit dem NFS durchstarten zu müssen, halte ich für nicht sinnvoll. von notfallrettung haben die meist nicht viel mitbekommen.

Wenn jemand seine Zeit ausschließlich am RTW verbracht hat und sich fähig zeigt sehe ich kein problem.

Mir gefällt die aussage, ja wenn mann schon jahre im rd war, ja dann soll man den nfs machen können, drei minuten später lese ich wieder, witz wahnsin, lauter rs auf den rtw, wo bleiben die nfs!
Im grossen und ganzen vermute ich die speedsanikritik kommt aus den reihen derer die bisher nicht in die ausbildung gekommen sind. Ich selbst sehe ökonomische gründe in der raschen ausbildung. Weil jeder mitarbeiter nur einen beschränkten zeitraum in der firma bleibt. Je früher ich ihn ausbilde, desto länger kann ich ihn so einsetzen. Erfahrung, vorerfahrung scön und gut. Manches, speziell die einstellung zur professionalität muss man schon intus haben. Ach wieviele nfs kenn ich die fachlich topp sind, aber wenn sie bei regen einen rs oder einen in der ausbildung treffen sofort H2O :angry: in den oberen atemwegen haben.

Ich denke das sollte nicht schwarz/weiß betrachtet werden. Das kommt auf die Vorerfahrung (Beruf, Studium?) und die notfallmedizinische „Qualität“ der Praxis an. Ich meine damit Anzahl der Ausfahrten, ktw/RTW. Nef oder NAW System?

Zu beachten gilt auch: lange Wartezeit führt ggf zu personalbedarf, kann Mitarbeit aber auch binden weil sie Ziele haben! Wenn man sich nicht mehr entwickeln kann dann ist man schwieriger zu motivieren

Bruhaha. !! Ca. 10 hochrangige hr-, pr firmen haben schon für rd firmen um teues geld konzepte erarbeitet wie gutes haupt-, aber auch freiwilliges personal langfristig (ohne bessere bezahlung und besseres arbeitsklima) an die organisation gebunden werden kann, dabei wäre es so einfach. :laughing:
Dass es im rd jetzt nfs braucht ist schon bekannt?
Für wen ist es nun ein benefit wenn wartebank rs zum einsatz fahren?

Ich sagte es ist eine Möglichkeit! Besseres Arbeitsklima ist ja auch nicht ganz einfach herzustellen, das ist nicht mit einem Ausflug und 3 netten Bildern im Gang erledigt. Bezahlung brauchen wir glaub ich nicht diskutieren, da gibt es ganze Bücher darüber dass das nicht das Nonplusultra ist.

Aber, zu sagen jeder kann sofort den NFS machen bedeutet auch, dass Ausbildungskosten entstehen. Teilweise für Personen welche garnicht bis zum Ende der zweiten Ausbildung erhalten bleiben.
Das würde also ein sehr genaues und gutes HR benötigen. Das darf auch nicht oft daneben liegen mit seinen Einschätzungen (Verweildauer im Verein, Wissensstand aktuell, Potential, Lebensumstände), anderenfalls sinkt entweder die Motivation wegen Ungleichbehandlung; es werden entweder zu wenige Personen ausgebildet oder die Kosten steigen durch viele Abbrecher an.

Es ist nunmal nicht so mir nichts dir nichts die Lösung aus dem Boden gestampft.

Gänzlich unerwähnt bleibt bisher der Punkt, dass es Mitarbeiter auch frustriert ständig überqualifiziert (nicht nur überqualifiziert!) zu sein. Er hat also ggf garkein Interesse mehr daran am KTW Dienst zu machen, für das ist er ja nicht NFS oder mehr geworden. Steigt nun aber die NFS Quote auf sagen wir 80% und alle haben die Einstellung, tja wer fährt dann das Geld in die Kasse?

Ich bin deshalb für eine deutlich differzierteren Managmentansatz. Es gilt hierbei mehr zu beachten als den puren Wunsch nach mehr Ausbildung des Mitarbeiters.

Im Prinzip sind die 160h, welche das Sanitätsergesetz vorschreibt schon zuviel. Da diese Zeit keinerlei Einfluss auf das Wissen und Können des Sanitäters bei der NFS - Ausbildung hat. Sondern vielmehr die theoretischen Fähigkeit sich reduzieren und die praktischen Ferigkeiten nicht in gleichem Ausmass ansteigen im Besonderen wenn der Sanitäter nur Dialyse und Co. fährt. Andererseits ist der eigenverantwortlicher Einsatz eines RS auf einem Notfallrettungsmittel geradewegs fahrlässig, wenn nicht noch ein NFS auf dem Fahrzeug fährt. Wenn die 160h also somit als RS im NFS Befähigungspraktikum gefahren würden, wäre dagegen nichts zu sagen, doch dies ist nicht der Fall. Sondern die 160 oder sollte man in der Masse 1.000h sagen werden zur Anpassung des RS an die Organisation genutzt und nicht um seine Fähigkeiten zu steigern.
Ich wäre interessiert, wenn man einen RS direkt nach der RS - Prüfung, einen nach 160h und einen nach 1.000 - 2.000 h zur NFS - Eignungsprüfung zulassen würde, wer wohl die besseren Ergebnisse hätte?!
Von daher sehe ich in den „Speedsanis“ nur das Problem, dass sie dann schnell demotiviert sein werden, weil bis auf die MA70 bringt es einem nichts und daher werden sie sich umorientieren und der finanzielle Verlust für die Organisation wäre halt größer und das will niemand und 6.000 € für eine nicht wirtschaftlich nutzbare Ausbildung wird auch niemand aufwenden.

@ NKx aus Sicht des Geschäftsführers sind deine Ausführungen verständlich und nachvollziehbar. Nur muss ich sagen, wenn das was ich bisher an S1 und S2/S3 Arbeit im Verein erlebt habe, bei Armee oder Zivil vorgekommen wären, da hätte ich sie sowohl beim Militär, als auch Zivil vor die Tür gesetzt.
Personalgewinnung, Personalplanung und Erhaltung ist nun einmal nicht so einfach, ein Aspekt ist das Geld, aber der zieht bei weitem nicht allein. Sondern es bedarf eines Komplex aus Wertschätzung (ohne dies jedesmal Medienwirksam vorzubeten), flacher Hierarchien (wenn ich mir den paramilitärischen Verein ansehe dann stelle ich fest, dass ich selbst als Stabsoffizier leichter zu erreichen bin für meine Untergebenen als beim Verein), Entwicklungsprognosen und Personalgespräche (das hab ich mal Vorgeschlagen, oh mein Gott die heilige Dreifaltigkeit aus das war noch nie so, das haben wir immer so gemacht und da könnte ja jeder kommen, hat mich erschlagen.) Ebenso zählt die Unterstützung von eigenem Antrieben für Fort und Weiterbildungen. Nur ist das Personal einfach zu heterogen, als das man eine einheitliche Personalplanung machen kann.

Die hat ein hauptberuflicher Ma in 5 Wochen erreicht. Interessant wäre die Intention des Gesetzgebers dazu zu kennen, warum gerade diese Zahl. Egal - bei hauptberuflichen Ma gehe ich von einem Stellenplan aus, ich rekrutiere jemanden, bilde ihn aus und setzte ihn entsprechend dem Plan ein. Zielgenaues recruting, da bin ich dabei ist frustrierend und fast unmöglich. Es wird einfach eine fundierte Kostenberechnung angestellt. Der Geschäftsleitung präsentiert, und jeder hofft, dass diese Zahlen durch dropaut und versagen, Schwangerschaft und Krankheit nicht erreicht werden. So lügt man sich halt in den Sack. Bei freiwilligen stimmt die Rechnung sowiso nie, ich Budgetiere einfach eine wilkürliche Summe, solange Geld da ist wird ausgebildet, auch wenn ich unter den gesetzlichen Mindestanforderungen am Fahrzeug liege.

@VenFlow: Amen.
Das was es brauchen würde, ist (so gut wie überall) nicht da, und es ist folglich böse. Ich denke da sind wir einer Meinung. Eine Verbesserung ist leider zumeist, aufgrund der dafür notwendigen weitreichenden Change Prozesse, schwierig erreichbar. Aber das heißt nicht dass es unmöglich ist, es ist eine wenn nicht die Herausforderung für „die da oben“. Denn gerade das Personal ist die tragende Säule in Branchen welche am Menschen arbeiten. Vielmehr als es in anderen Branchen der Fall ist.

In 13 Diensten um genau zu sein, sollte er als in einem Monat erreichen. Ein Freiwilliger mit 4 Diensten/Monat sollte das in 3,5 Monate ebenso erledigen können.
5 Jahre sind fast zu lang und 160 Stunden fast zu wenig. Würde mal so 1-2 Jahre anpeilen, dann kommt zum Grundwissen auch Erfahrung (vorausgesetzt man fährt auch RTW) dazu und ich denk das ist eine gute Mischung. Hausverstand auvh vorausgesetzt, weil eine der die SanHilfe Mappe auswendig kann bringt mir nichts, wenn er es nicht auch praktisch umsetzen kann :wink:

Bei uns muss man 1 Jahr oder 36 Dienste am KTW verbracht haben um als RS auf den RTW zu dürfen.

Bei diesen RS-RTW erlebe ich oft (trotz großer Motivation etc) doch erhebliche Defizite, weniger im Faktenwissen sondern mehr im Patienten- und Materialhandling. Vieles muss man sich einfach anlernen, das sind ja im wesentlichen handwerkliche Skills die man ned „lernen“ sondern anwenden muss.

Vom Faktenwissen bzw „Lehrsaal-Beispiel“ bewältigen ist es sicher kein Problem. In der Praxis schaut es anders aus…

Es ist interessant, dass wir hier hauptsächlich über völlig willkürliche, aber leicht messbare Kriterien diskutieren - nämlich Mindeststunden.

Ich bin froh, hier in meinem Umfeld einen anderen Zugang erlebt zu haben. Nämlich ein recht umfassendes Assessment durch Experten, bei dem abgecheckt wird, ob der Mitarbeiter überhaupt (natürlich aus Sicht der Experten, ja subjektiv, aber irgenwer muss es tun) die Fähigkeiten mitbringt, damit die NFS-Ausbildung einen Sinn hat. Als diese Fähigkeiten haben wir hauptsächlich Stressresilienz und kognitive Fähigkeiten in Bezug auf Dynamic Decision Making definiert, aber auch Teamfähigkeit (heldenhafte Selbstdarsteller kriegen kein OK für den NFS). Praktischer formuliert: wenn der gerade einen voll stressigen Patienten als Teamleader versorgt, hat er noch kognitive Kapazitäten frei um mitzudenken und zu begründen, warum er was tut? Kann er auf dynamische Situationen reagieren? Reagiert er aggressiv, wenn der Trainer noch ein Schäuflein nachlegt?

So etwas ist viel sinnvoller, als nachzuzählen, ob er 97 oder 324 Dialysepatienten heimgeführt hat.

Und so ein großer Aufwand sind diese Assessments auch nicht. Sie lassen sich nämlich leicht in laufend stattfindende Fortbildungen integrieren.

Ich finde auch, dass es bei den üblichen Einstiegstests viel zu wenig um die Eignung als um auswendiglernen geht.

Die Sanhilfe Fragen auswendig lernen und die Rea abarbeiten kann ich auch schaffen wenn ich mich dahinter hänge und lerne, ob er die Zusammenhänge versteht und für die „Arbeit“ geschaffen ist wird sich nur draußen „im Feld“ offenbaren.

Ich sehe es genauso wie die 2 Jahre Vollbeschäftigung als Pflegeassistent zwischen Pflegeassistent und verkürztem DGKP. sSe dienen der Ausbeutung der Ressource Arbeitnehmer und nicht der Qualitätssteigerung. Ich vermute, dass die 160h dadurch entstanden sind, dass auf der einen Seite die Vereine eine möglichst lange Zeit vor dem NFS sehen wollten um die Mitarbeiter längest möglich auszunutzen und auf der anderen Seite staatliche Organe, wie Militär und Polizei eine möglichst kurze Zeit wünschten um ihre Mitarbeiter schnellstmöglich auf eine eigenverantwortlich einsetzbare
Befähigung zu bringen und der Kompromiss waren die 160h. Die man in einem Monat abfrühstücken oder aber langstrecken kann.
@ SaniS 4 Dienste im Monat bei EA’s sehe ich schon grenzwertig, weil wie sie ja selber schreiben mit 13 Diensten hat man sein Monatsdeputat als HA. Wobei ja noch die Pausen berücksichtigt werden müssen von zumindest 30 min nach 6h und mehr als 12h also 11,5h auch nicht vorkommen sollten. Damit wäre ich bei knapp 14 Diensten, aber das macht den Kohl auch nicht fett und mit 3,5 Monaten wäre der EA auch durch wie sie schreiben, nur wollen die Vereine ja nicht mehr als zwingend erforderlich ist investieren und da liegt das Problem. Würde der NFS vorgeschrieben auf dem RTW, würden die Vereine plötzlich den „Speedsani“ zur Norm erheben und Konstrukte erstellen, wo erstmal alle die derzeit die 160h voll haben und die Prüfung bestehen zugelassen werden und dann die neuen RS binnen eines halben Jahres ihre Stunden voll haben um zugelassen werden zu können.