Hey, inspiriert nach dem Thread “NKI Anwendungszahlen” würde mich interessieren wie oft ihr eure Kompetenzen im Regelrettungsdienst anwendet, also von NFS bis NKV (Ausgenommen EKG-Interpretation). Und welche Kompetenzen und Medikamente hierbei am meisten angewandt werden.
Edit: Was oft in meinen Diensten von mir aufgezogen/vorbereitet wird (ca. 4-6 Dienste pro Monat) sind:
Elomel
Urapidil
Novalgin
Combivent
Den Rest sehr selten, TXA und sämtliche Antidots noch nie
Zwischenbilanz: Hauptgründe für NK Anwendung sind Schmerztherapie, Volumentherapie und Blutdruckmanagement. Obstruktive Atemwegserkrankungen sind auch recht häufig, im Winter viel Trauma (Einsatzgebiet hat Skigebiet - hier stammt auch meine einzige Reposition einer offenen Fraktur des Unterschenkels her) im Sommer die ein oder andere Anaphylaxie/Allergische Reaktion.
Häufigstes Medikament:
AML1: Methoxyfluran
AML2: Metamizol
Pro Dienst im Schnitt knapp unter einer NK Anwendung (Landrettung). Zugänge mache ich prinzipiell nicht vom aktuellen Handlungsbedarf abhängig, sondern von Risikoeinschätzung des Teams bei oft langen Transportwegen. Ich bin dahingehend eher Anhänger der Theorie, dass ein Notfallpatient auf der Trage gelagert ist und eine Leitung hat.
Edit:
Die letzten 3 Monate:
Zugänge: 14
Verneblermaske: 1
Repositionen: 1
TNA: 1
NEF: 5
NAH: 1
Medis:
Esketamin: 1
EloMel: 6
Metamizol: 2
Ondansetron: 1
Urapidil: 1
Combivent: 1
Methoxyfluran: 6
Die Statistik ist wohl noch etwas verzerrt, da ich sie erst seit Jänner führe und in den Wintermonaten stark vermehrt Traumaeinsätze habe (v.a. Weil ich seit kurzem auch „nur noch“ 60% Teilzeit und meist Wochenends fahre) Ich bin gespannt, wie sich das im Lauf des Jahres entwickelt. Freue mich auf die Beiträge der Kolleg:innen!
Ich führe nicht Buch, aber bei mir sieht es ähnlich aus. Einen Zugang lege ich im Schnitt ein Mal pro Schicht würde ich schätzen. Hauptanwendungsgebiet ist dafür ebenfalls mit Abstand Schmerztherapie mit Metamizol +/- Methoxyfluran (insg. >= 10x).
Sonst kommt grob geschätzt im letzten Jahr Landrettung folgendes zusammen (~3-6 Dienste Pro Monat):
5x Atemwegsobstruktion
5x Flüssigkeitsgabe (bin hier evtl. etwas zurückhaltender als Andere)
5-10x TNA-Konsultation gesamt
2-3x Urapidil
2-3x Esketamin
2-3x ASS
1x Anaphylaxie mit allem was dazu gehört
1-2x CPR
1x Glucose i.v.
1x Antiemetika nach rücksprache TNA
Weniger als 1x pro Jahr:
Modifiziertes Valsalva-Maneuver
Bisher noch nie angewendet:
Absaugen mit starrem Katheter
Reposition von Patella/Extremitäten/OSG
Atemwegssicherung bei Tracheostomapatienten (die über Absaugen hinaus geht)
Bei mir waren es am häufigsten Combivent und Urapidil. Dicht gefolgt von Elomel, Histakut und Schmerztherapie. Naloxon und TXA habe ich beide noch nie anwenden müssen. Glucose eigentlich auch viel seltener als man es erwarten würde. Einsatzgebiet Landrettung und Kleinstadt.
Bei mir aus 2025:
745 Alarme
~ 143 SOPs/Maßnahmen alleine ohne NA angewandt
Am häufigsten i.v. Zugänge und dann meist Volumen
Häufigste Medikamente:
~15x Keta/Mida für schmerzen
~13x Novamin für schmerzen
~ 6 Verneblung
~ 5 Hypoglykämie
~ 3 anaphylaxien
~ 2 Vomex
~ 1 ACS
~ 1 Urapidil
Am häufgsten bestimmt Penthrop und Elomel. Auch einige Male Ondansetron (wobei ichs auch gern mit dem Alktupfer kombinier), dreimal Urapidil, selten Combivent, im Sommer öfters H1-Blocker, davon 1x inkl. Supra i.m./p.i. und Cortison. Hatte auch mal als FR eine CPR, in der ich die Kompetenzen anwenden konnte. Ketanest hätte ich seit der Streichung von der AML glaub ich nicht gebraucht.
Bisher hatte ich persönlich keine TXA-, Glucose- oder Flumazenilgabe, Naloxon hab ich einmal antizipiert, jedoch war der Patient durch Basismaßnahmen dann zufriedenstellend zu stabilisieren.
seit einem guten halben Jahr NFS, aber recht viel mit NKV gefahren, daher etliche Zugänge mit Elomel, Therapiert häufig Metamizol & Prednisolon. Selbst als NFS (gemeinsam mit nur RS am Fahrzeug) in dem halben Jahr 1x Combivent, 1x Supra i. m. & inhalativ, 3x Methoxyfluran, bei ca 1 Dienst/Monat als höchste Kompetenz am Fahrzeug in der Stadtrettung im Ballungsraum.
Wir haben die Epipen Autoinjektoren gemäß AML1 für Erwachsene wie auch Kinder am Auto. Ist auch bei uns so in der Mindestausstattungsverordnung am RTW vorgesehen
Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, da ausreichend Supranenin vorgehalten, auch die i.m. Gabe über eine aufgezogene Feindosierspritze zu machen
Ich hatte insgesamt 128 Alarmierungen in 2025 (~ 4 Nachtdienste/Monat),
bei 11 (= 8,5%) dieser Einsätze habe ich mindestens einen Zugang gelegt oder einen Algorithmus angewendet:
In den Jahren zuvor hatte ich immer wieder hypertensive Notfälle bzw. allergische Hautreaktionen behandelt, aber in 2025 hatten die hypertensiven Entgleisungen z. B. keine Symptome oder nur ein Unwohlsein.
Dieses Jahr wird die Anzahl meiner präklinischen Venenzugänge definitiv höher ausfallen (liegt momentan bereits bei 4), da seit Dezember 2025 das Sicherungsvenflon freigegeben ist. In meinen Aufzeichnungen von 2025 fand ich einige Einsätze bei denen ich ein Sicherungsvenflon gelegt hätte.
2026 bisher 27 Notkompetenzanwendungen. Haupsächlich Elo zum Offenhalten des Venenzugangs, Platz 2 Novalgin, Platz 3 Esketamin. Sonst ein paar allergische Reaktionen und exacerbierte COPD.
2025 ähnliches von den Medikamenten, Platz 1 definitiv Elomel, Platz 2 und 3 Novalgin und Esketamin, insgesamt 74 NK-Anwendungen.
Die Begleitmedikamente (Midazolam und Ondansetron) brauche ich bei den Esketamingaben eigentlich fast nie, wenn dann noch eher Ondansetron aufgrund Übelkeit. Bisher habe ich 4 Midazolamgaben im Zuge der Schmerztherapie bei gesamt 14 Esketaminanwendungen und 7x Ondansetron dazu.
Ich bin auf einer kleinen Bezirksstelle ohne NA-Mittel tätig.
„Abwehr von Gefahren“: Es reicht die Möglichkeit einer Gesundheitsschädigung oder Lebensgefahr (die Gesundheitsschädigung oder Lebensgefahr muss nicht sicher bevorstehen).
„Gefahren für das Leben oder die Gesundheit“: Eine Lebensgefahr ist nicht notwendig. Es reicht, wenn Patient:innen einen medizinisch relevanten gesundheitlichen Vorteil durch die Maßnahme erfahren.
„Notfallpatient:innen“: Personen, bei denen eine lebensbedrohliche Störung einer vitalen Funktion eingetreten ist, einzutreten droht oder nicht sicher auszuschließen ist.
„Unmittelbar“: „im unmittelbaren Zusammenhang mit dem aktuellen Notfallgeschehen“. Es reicht aus, dass der Venenzugang für eine im weiteren Einsatzverlauf möglicherweise erforderliche Arzneimittel- bzw. Volumengabe erforderlich ist.
Sanitäter:innen im RKNÖ treffen die Entscheidung für oder gegen eine Venenpunktion auf Grundlage einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung in der konkreten Einsatzsituation. Dabei berücksichtigen sie insbesondere die Erfolgschancen der Punktion, den Zeitbedarf, den Stress und die Schmerzen für die Patientin oder den Patienten sowie den Nutzen, den ein Venenzugang im weiteren Einsatzverlauf bietet. Da ein Venenzugang für so gut wie alle notfallmedizinischen Maßnahmen erforderlich ist, lässt er sich auch für nahezu alle Notfallpatient:innen argumentieren.