Ist Krankentransport gleich Krankentransport

Diese Frage stellte ich mir bezueglich der Diskussion bezueglich Privater Anbieter und des Kampfes im besonderen des OERK gegen sie. Dabei stellte ich fest, dass in Oesterreich der Krankentransport in vielen Bundeslaendern an der „Gehfaehigkeit“ festgemacht wird. Was strenggenommen bedeutet ein gehfaehiger COPDler der Sauerstoff benoetigt ist in einigen Bundeslaendern eigentlich kein Krankentranport. Auf der anderen Seite ist der 18jaehrige der sich das Bein verstaucht hat ein Fall da er nicht gehfaehig ist. In einigen Bundeslaendern heusst es dann wieder: Ein Krankentransport bedarf der medizinischen Intervention oder zumindest des begruendeten Verdachts, dass diese notwendig wuerde. Hier lehnen sich die oesterreichischen Kassenan Deutschland an, wo Krankentransport und Krankenfahrt unterschieden werden. Bei ersterm ist ein medizinisch / pflegerische Intervention notwendig und damit der RS mit 520h notwendig, bei zweiterem bedarf es nur der Taxe. Nur leider trennen die Kassen hier nicht klar genug bzw. die HiOrg versuchen mit allen Mitteln die Diferenzierung zu verhindern, weil sie dann nicht mehr argumentieren koennen, warum man einen „hochqualifizierten RS“ fuer solche fahrten braucht.

Und auch die Gehunfähigkeit ist oft nur ein Vorwand, dass halt ein guter Grund für die Krankenkasse am Transportschein („Ärztliche Transportanordnung“) steht.
In vielen Fällen liegt nicht mal eine echte Gehunfähigkeit vor, da der „Patient“ Zuhause sehr wohl eigenständig unterwegs ist.
Ich glaube bei uns wird „gehunfähig“ oft einfach attestiert, wenn der „Patient“ nicht mehr in der Lage ist die Öffis zu nutzen und die Familie sich nicht die Zeit nehmen kann/will Opa oder Oma selbst zu ihrer Kontrolle/Therapie zu fahren.
Aber Hey, wofür gibts denn die Rettung? Die braucht ja schließlich auch was zu tun…

Am Land ist es fast egal da gibt es nur die Hilfsorganisationen, sobald es einen privaten Anbieter gibt der nur Fahrtendienste macht bzw, Krankentransporte vom Typ A1 die eben Geld bringen wird es ein Problem was was ist.

gehfähigkeit ist tatsächlich ein eher schlechtes Kriterium.
der supergesunde, junge mit gebrochenem haxen zur kontrolle ist zb gut als „nicht gehfähig“ zu argumentieren, trotzdem kann den problemlos der papa im benz zur kontrolle führen, und er braucht definitiv keine Betreuung durch einen Sani.

eine multimorbide alte kann vielleicht mit viel hilfe zu fuß zepperln, braucht aber trotzdem Betreuung

wie einsatzleitner richtig sagt: ist halt ein sehr einfacher Parameter, der am transportschein steht.

Also die Definition von Krankentransport ist, wenn ich jemanden transportiere, der nicht gesund (also krank) ist.
Die eigentliche, und für die Verrechnung wichtigere Frage, ist: Was ist ein qualifizierter Krankentransport? So heißt es nämlich auf dem Niederösterreichischen Transportscheinen (roteskreuz.at/noe/dienststel … nsport-an/)
Jemand der 20 Jahre ist, sich das Bein gebrochen hat, sonst gesund ist und mit einem Gehgips zur Kontrolle fährt braucht keinen qualifizierten Krankentransport. Der kann auch mit den Öffis, wenn er nicht weit vom KH wohnt sogar zu Fuß ins KH kommen.
Eine zu Kollapsen neigende ältere Person bräuchte hier schon eher einen qualifizierten Krankentransport, da eine, mehr oder weniger große, „Gefahr“ eines Kollapses besteht, auch wenn sie sonst gut zu Fuß ist aber eben z.B. aufgrund des Gipses zusätzlich gefährdet ist.

Ein festmachen an gehfähig oder nicht gehfähig ist, meines Erachtens, mehr oder weniger sinnlos

Und da ist auch sehr leicht eine Zuständigkeit feststellbar: Bei qualifiziertem Krankentransport hat eine medizinisch geschulte Person (vulgo Sanitäter) mitzufahren, bei einem nicht medizinisch qualifiziertem nicht.
Die Entscheidung obliegt hier, no na net, dem Arzt, der den Transportschein ausfüllt.

das Problem ist, dass demjenigen, der den transportschein ausfüllt (theoretisch der Arzt, praktisch oft nicht), das vollkommen powidl ist, der also oft das „Bequemere“ oder vom Patienten gewünschte - qualifizierter krankentranport - auswählt. die frage ist also, ob man das an objektiveren Kriterien festmachen kann.

Praktisch ist es das Pflegepersonal (beim HT aus dem Krankenhaus) bzw. der Praktiker (oder eher das Ordinationspersonal) bei Hintransporten. Und zumindest dort, wo ich unterwegs bin, kriegt jeder einen Schein, wenn er nur genug sudert. Der Arzt mag nicht, dass er eine schlechte Nachrede bekommt oder die Patienten woanders hingehen (finanzieller Verlust), und im Krankenhaus fürchten sich sowieso alle vor dem Landeskliniken-Patientenombudsmann.

Originalzitat der Pflegeperson, als ich nachgefragt habe, ob das jetzt wirklich nötig ist, dass ein Kind (in Begleitung sichtlich wohlhabender Mutter, das Taxi hätt sie nicht in die Armut getrieben) nach der Entfernung eines Legosteines aus dem Ohr mit dem KTW nach Hause fährt: „Ja glaubts, i tua ma des no amal an, dass i Probleme krieg, weil ich keinen Transportschein ausstelle. Dann steh ma wieder in der Zeitung. Sicher ned.“

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Werden diese Heimtransporte (das Beispiel mit dem Kind) dann von der Krankenkasse bezahlt?

Ja. Am eigenen Leib erlebt… Sobald die anfordernde Stelle den entsprechenden Zettel ausstellt, wird das (jedenfalls in Wien) über die Krankenkasse abgewickelt.

Ist auch in OÖ so. Es würde der GKK mehr kosten zu kontrollieren ob der Transport ok ist als der Transport kostet. Die Standardbegründung ist nämlich „Datenschutz“ und die GKK tut sich die Diskussion mit dem Arzt nicht mehr an.
Mein perönliches Highlight war ein Transport, da die Familie keine Vignette für ihr Auto hatte.

wenn das wirklich ausgestellt wird ist die frage ob man es nicht verweigern kann … sofern die dienststelle dahinter steht …

Und die „Kontrolle“ wird der GKK ja von uns noch zusätzlich erschwert. Von einem Verrechnungszivi hab ich erfahren, dass egal ob ich am Transportprotokoll im Feld „zum SEW“ gehend oder Tragsessel ankreuze, das Verrechnungsprogramm das automatisch als Tragsessel übernimmt. Somit würde die GKK, sollte sie wirklich die Transportscheine mit den Transportprotokollen abgleichen, feststellen, dass der vom Arzt als „gehunfähig“ eingestufte Patient auch nach ermessen der Sanitäter auch tatsächlich einen Tragsessel (und damit die Rettung) benötigt hatte…

…ich frage mich : Wo steht eigentlich geschrieben, dass Krankentransporte vom ÖRK durchgeführt werden müssen ??? Wenn es einen privaten Anbieter gibt der günstiger (bei vergleichbarer Qualität) kommt… warum die Aufregung ? Es wird doch wohl irgendwo niedergeschrieben sein, was ein Krankentransport „können“ muss ?
Wenn die Auftragslage beim ÖRK Wien schlecht ist, ist das zwas bitter für die betroffenen Mitarbeiter aber wirtschaftlich wahrscheinlich aus Sicht der Stadt Wien verständlich. :question:

Die Fake News sind auch schon mit im Spiel:

http://www.krone.at/oesterreich/privater-transport-sturz-gehirnerschuetterung-streit-um-rettung-story-580632

sowas führ ich nicht und wenn wirds am TP vermerkt und eine kostenübernahme unterschrieben.

Die Diskussion mit deinem Dienstführenden/Ortsstellnleiter/Bezirksgeschäftsleiter und Co. möcht ich miterleben, wenn du ihnen Erzählst, dass du dich über die Ärztliche Transportanornung hinweg setzt und den Patienten daheim lässt :wink:

Das ist dann aber kein Problem der Definition, sondern der Durchführung.
Und in der Medizin sind die Übergänge sehr oft fließend. Das sollte ein fertiger Arzt aber schon hinbekommen zu entscheiden, ob der Transport qualifiziert durchgeführt werden muss oder nicht.

bin nicht weisungsgebunden. schon gar nicht wegen einer fehlenden vignette. die krone freut dich bestimmt über so einen skandal :wink:

Also Professionalität sieht anders aus RK_RD. Ich stimme zu das ich mir auch bei einigen ärztlichen Transportanträgen die Frage stelle aus welchem Grund. Nur werde ich wenn der Patient mir den ärztlichen Transportauftrag vorlegt ihn entsprechend der ärztlichen Anweisung transportieren und auf dem Protokoll den Zustand des Patienten sachgerecht und vollständig beschreiben, also nicht nur die obligate weise Seite mit Unterschrift. Das der Patient zum Auto gehen konnte usw. weil dann kann die Kasse als Kostenträger beim Arzt urgieren, warum er einen Krankentransport beantragt hat. Nur auch das bringt Probleme und

weil schließlich solche „Fehlfahrten“ Geld bringen.
Doch Leider muss ich aus Erfahrung von der anderen Seite aus den Pflegeheimen auch sagen, dass die Kundenbetreuer der HiOrg uns als Pflegepersonal konsequent für alles auf die 14844 verweisen und dies auch den Ärzten einimpfen und selbst wenn man bei der GKK anfragt für Transporte von schwer gehfähigen Patienten man auf die „Rettung“ verwiesen wird und wenn man dann fragt: „Aber wie sieht es mit privaten Anbietern aus.“ meist kommt: „Naja aber das ist dann abrechnungstechnisch komplizierter.“ und so fährt die „Rettung“ den Kranken egal was er hat. Strenggenommen mit einem Schnupfen und 37.1°C.

Ja, der HT nach der Legosteinentfernung bringt halt ca. 60 Euro statt einer Leerfahrt mit dem Aufwand, dass der RTW 10 Minuten wartet… Und dann ist es halt auch verständlich, dass der RD-Betreiber jetzt nicht der ist, der diese Fahrten unbedingt reduzieren möchte.

Und wenn diese Fahrten tasächlich reduziert werden? Wird wieder geraunzt, weil es deutlich weniger RS braucht…

Leibschüsselfahrer hat Recht (y) und damit drehen wir uns Kreis. Eigentlich kann man diesen Topic mit dem Topic Reform des RD zusammenlegen.

Entweder man macht es so wie in den Bundesländern und der RD-Anbieter wird mit KT-Fahrten unterstützt/gestützt (egal ob gerechtfertigt oder nicht) oder man macht es wie in Wien. Eine Organisation die nur RD macht (die Verlust macht siehe Budget und vom Land/Stadt gestützt werden muss) und KT-Unternehmen bei denen die Krankenkassen auf die Kosten schauen werden. Allerdings wird dann der RD-Anbieter in den Bundesländern Personal abbauen müssen da die KT-Fahrten nicht mehr bei ihm sind.