Servus zusammen,
mich würde interessieren, wie ihr die aktuelle Übergabekultur in den steirischen Krankenhäusern wahrnehmt. Ich erlebe zunehmend eine Diskrepanz zwischen der fachlichen Vorarbeit im Rettungsdienst (RS, NFS oder NKV) und der Patientenübernahme in der Notaufnahme bzw. Ambulanz.
Kurz zur Situation: Wir erheben strukturierte Parameter (ABCDE/FAST/Verlaufskontrollen), merken aber häufig, dass diese Daten am Empfang auf wenig Interesse stoßen oder schlicht ignoriert werden, um den Patienten direkt ‚neu‘ zu evaluieren. Oft endet die Übergabe bei einem bloßen ‚Stempel-und-tschüss‘.
Für mich hierbei zwei Hauptprobleme:
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Stigmatisierungs-Effekt: Die Klinik bewertet uns oft nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner… Also nach der Qualität der Kollegen mit sehr geringer Erfahrung/Dienstfrequenz. Das führt dazu, dass auch erfahrene RS oder NFS-NKV-Teams als reine ‚Transporteure‘ wahrgenommen werden, und die fachliche Einschätzung kaum Gewicht hat.
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Kompetenz-Lücke: Der Wissensstand über die Ausbildungsinhalte und Kompetenzen eines NFS mit Notfallkompetenz scheint in den Kliniken (besonders beim Pflegepersonal) kaum vorhanden zu sein.
Ich behelfe mir aktuell damit, wenn wir wirklich nicht gehört werden, bei kritischen Fällen meine Notizen/Parameter direkt schriftlich beizulegen, um die Informationslücke zumindest für die Dokumentation zu schließen. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, wenn die präklinische Arbeit systematisch unter den Tisch fällt.
Wie geht ihr damit um? Stoßt ihr mit strukturierten Übergaben (MIST/SBAR) auf offene Ohren, oder rennt ihr bei euch ebenfalls gegen Wände? Habt ihr Strategien entwickelt, um das Profil des NFS-NKV in der Klinik besser zu positionieren, oder resigniert ihr in diesen Momenten?